DJK Hain - TSV Rottendorf 4:3 (2:0)

Weiterhin sieglos bleibt der TSV Rottendorf in seinen Auswärtsspielen in der Bezirksliga West.

Auf dem relativ kleinen Kunstrasen der DJK Hain musste die Gröschl-Elf eine unter dem Strich unglückliche 3:4 Niederlage einstecken. Wie im Vorjahr kam der TSV auf ungewohntem Geläuf gut ins Match und konnte dieses ausgeglichen gestalten. Im Gegensatz zu den Heimspielen konnten die technisch versierten Rottendorfer hier den Ball sicher und schnell in den eigenen Reihen laufen lassen und sich den Druck der Gastgeber, die allerdings relativ tief standen, entziehen. Schon in der ersten Viertelstunde kam der TSV durch Martin Hesselbach zu zwei nennenswerten Abschlüssen. Doch wie aus dem Nichts gingen die Jugendkraftler in der 17. Minute in Führung. Ein langer Einwurf wurde mit dem Hinterkopf auf einen Mitspieler verlängert, welcher aus kurzer Distanz abzog. Peter Trappschuh wehrte noch reaktionsschnell ab, doch der Nachschuss von Markus Brüdigam schlug flach ins lange Eck ein. Der TSV erhöhte nun den Druck und erspielte sich auch einige Chancen. So strich ein Freistoß von Jannik Fischer (28.) nur knapp über den Kasten und nur 120 Sekunden später hatte Marcel Stühler bei einer Ecke die große Gelegenheit zum Ausgleich, doch sein Flachschuss wurde vom jungen DJK Keeper toll pariert. Die Heimmannschaft spielte weiterhin abwartend und lauerte auf Kontermöglichkeiten über ihren pfeilschnellen Außenstürmer Tobias Kaminski. Dieser war es dann auch, der nach einem langen Ball Thomas Melber überlief und die Kugel flach auf Julian Körner zurücklegte, der keine Mühe hatte zum 2:0 zu erhöhen. Mit diesem aus TSV Sicht frustrierenden Ergebnis ging es in die Halbzeit.

Der TSV machte im zweiten Abschnitt nun mächtig Druck. In der 58. Minute parierte der Hainer Torhüter einen Volleyschuss von Jakob Siedler und nur drei Minuten danach landete ein gefühlvoller Heber von Martin Hesselbach an der Latte. Moritz Schubert köpfte den zurückprallenden Ball knapp neben das Tor. Dieser war es dann aber, der die Hoffnung bei den Gästen wieder aufleben ließ. Nach einem feinen Steilpass von Julian Wolff schob der junge Mittelfeldspieler den Ball am Torwart vorbei an den Pfosten, hatte aber Glück dass dieser wieder zu ihm zurückprallte und er aus kurzer Entfernung einschieben konnte. Die Freude über den Anschlusstreffer währte aber keine 60 Sekunden, denn schon im nächsten Angriff spielte ein DJKler mehrere Rottendorfer Verteidiger auf der linken Seite aus – wobei sich die Gäste hier viel zu passiv verhielten - , und passte nach innen. Kaminski musste nur noch den Ball über die Linie befördern (1:3). Als nur drei Minuten darauf ein langer Ball weder von Goalie Trappschuh, noch von dem zurückgeeilten Lukas Ott abgefangen werden konnte, köpfte Top-Goalgetter Kaminski seine Farben scheinbar uneinholbar mit 4:1 in Front. Doch eines muss man der jungen Rottendorfer Truppe lassen, aufgeben gibt es nicht! Und so wurde diese tolle Moral schon in der 73. Minute belohnt. Philipp Niedermeyer setzte einem vermeintlich aussichtslosen Ball nach, Verteidiger und Torwart waren sich nicht einig und das Resultat war nach einem Foul an Philipp ein Foulelfmeter. Kapitän Julian Wolff verwandelte unhaltbar zum 2:4. Sollte tatsächlich noch etwas gehen? Und ob! In der 85. Minute schickte Jannik Fischer Martin Hesselbach steil, dieser umkurvte einen Verteidiger und auch den Torhüter und schob abgebrüht zum 3:4 ein. Die Gastgeber wirkten nun zunehmend kopflos und schlugen, nachdem sie wertvolle Zeit geschunden hatten, die Bälle nur noch weit nach vorne. Und tatsächlich hatte der TSV in der letzten Minute der regulären Spielzeit noch eine gute Chance, doch Nico Schuberts 20m-Schuss nach tollem Solo strich knapp am Tor vorbei.
Die Enttäuschung nach der Partie war natürlich entsprechend groß, hatte man doch das Match teilweise bestimmt und sich mehr Tormöglichkeiten herausgespielt. Allerdings muss man auch konstatieren, dass der jungen Abwehr noch häufig die entsprechende Cleverness im Zweikampf fehlt und auch die Grundschnelligkeit gegen die vielen sprintstarken Außenstürmer der Bezirksliga. Diese Defizite werden jedoch im Aktivenbereich gnadenlos vom Gegner bestraft. Dennoch gibt dieser Auftritt Hoffnung für das nächste wichtige Heimspiel gegen den TSV Neuhütten/Wiesthal, der sich mit 19 Punkten im Mittelfeld befindet.

Zum Seitenanfang