Nachdem die Fußballer des TSV die ersten sechs Spielzeiten in der Bezirksliga jeweils auf einem einstelligen Tabellenplatz abschlossen, wurde das "verflixte siebte Jahr" zu einer echten Herausforderung und so gelang dem Team der Klassenerhalt erst über den Umweg der Relegation.

 

Bereits zur Saisonunterbrechung zeichnete sich ab, dass es diesmal für die Mannschaft von Trainer Manuel Gröschl ganz eng werden würde, denn mit nur zwei Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge überwinterte der TSV auf Tabellenplatz Zwölf. In 17 Partien konnten lediglich 17 Zähler eingefahren werden und besonders die Auswärtsschwäche in der Hinrunde (nur ein Punkt in der Fremde) sorgte für diese magere Ausbeute. Auch nach der Winterpause erspielte sich das Team 17 Punkte, diesmal jedoch in nur 13 Spielen. Dennoch rutschte die Mannschaft im neuen Jahr frühzeitig auf den Relegationsplatz ab und konnte sich von diesem nicht mehr befreien, auch weil einige Konkurrenten um den Ligaverbleib in der zweiten Saisonhälfte richtig in Fahrt kamen. So zum Beispiel der FV Karlstadt, der zur Winterpause noch auf dem Abstiegsplatz rangierte, sich als erfolgreichstes Team im neuen Jahr aber vorzeitig den Ligaverbleib sichern konnte. Ganz im Gegensatz zur Vorsaison gestaltete sich die Liga in dieser Spielzeit äußerst ausgeglichen und so verpasste der TSV mit 34 Zählern den direkten Klassenerhalt, wohingegen in den beiden vergangenen Jahren eine geringere Ausbeute für dieses Ziel ausreichte.

Zu der ohnehin brisanten Tabellensituation musste der TSV in der Wintervorbereitung personelle Rückschläge verkraften. Neben einer Knieverletzung von Marcel Stühler wiegte besonders die Verletzung von Neuzugang Jannik Fischer (Bruch des Sprunggelenks) schwer. Umso bedeutender wurde die Rolle, die U-19 Innenverteidiger Julian Weber und sein offensiver Teamkollege Robin Busch von diesem Zeitpunkt an spielten. Beide Nachwuchskicker stellten sich in der zweiten Saisonhälfte komplett in den Dienst der Aktiven und nahmen einen wichtigen Teil in der Stammformation ein.

Der Start ins neue Jahr missglückte mit einer unerwartet hohen Klatsche in Aschaffenburgs Stadtteil Leider. Während man den Gegner im Hinspiel noch mit 6:0 abfertigte (höchster Saisonsieg), kam die Gröschl-Elf im zweiten Aufeinandertreffen mit 2:7 unter die Räder (höchste Saisonniederlage). Nach diesem Desaster sorgte die Mannschaft eine Woche später vor heimischen Publikum für Wiedergutmachung, indem sie den ambitionierten TuS Frammersbach etwas glücklich mit 2:1 besiegte. Dabei drehte der TSV die Partie mit zwei Treffern in den letzten fünf Minuten. Auswärts allerdings blieb man auch weiterhin deutlich unter seinen Möglichkeiten und wirkte völlig verunsichert. So auch beim Gastspiel in Karlstadt, als die Mannschaft verdientermaßen mit 0:4 nach Hause geschickt wurde. Aber auch diesmal zeigte die Elf eine Woche später die richtige Reaktion und trotzte der Spielvereinigung Hösbach-Bahnhof, und somit einem weiteren Top-5-Team, einen Zähler ab (2:2). Am 23. Spieltag sorgte der TSV dann für eine große Sensation in Lengfeld. Die Würzburger, zu diesem Zeitpunkt noch souveräner Tabellenführer, hatten bis dato alle Heimspiele gewonnen und dabei nur zwei Gegentreffer in neun Partien kassiert. Die Rottendorfer hingegen rangierten in der Auswärtstabelle auf dem letzten Platz und so hätte wohl kaum einer auf einen Erfolg der rot-schwarzen gewettet. Doch Derbys schreiben eben ihre eigenen Gesetze und mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung und großem Willen ging der TSV als Sieger vom Platz (2:1). Jedoch verpasste es die Truppe erneut nach einem solchen Erfolg nachzulegen und eine Siegesserie zu starten, denn eine Woche später musste man im Heimspiel gegen den BSC-Schweinheim eine bittere Niederlage (2:3) hinnehmen. Die Aschaffenburger erzielten dabei den schmeichelhaften Siegtreffer kurz vor Spielende. Wiederum sieben Tage darauf war der TSV vorerst am Tiefpunkt angekommen, denn beim einstigen Lieblingsgegner Markbreit ging man verdientermaßen erstmals als Verlierer vom Feld (1:4) und musste zudem die schwere Verletzung und das damit verbundene Saisonende von Außenverteidiger Christian Florian (Schlüsselbeinbruch) verkraften. Glücklicherweise konnte diese Lücke mit dem kurz zuvor zum TSV gewechselten Sebastian Halupczok (studiumsbedingt, vom TSV Münnerstadt) geschlossen werden. Durch die zwei Niederlagen in Folge war das zwischenzeitliche, kleine Polster auf den SV Heidingsfeld und den SSV Kitzingen (beide auf einem direkten Abstiegsplatz) verpufft und mit Duellen gegen diese beiden Teams standen der Gröschl-Elf nun zwei richtungsweisende Begegnungen bevor.

 

 

In einem ausgeglichenen Match gegen "Hätzfeld" erkämpfte sich die Mannschaft einen knappen 1:0-Erfolg und am 27. Spieltag gelang es der Truppe dann erstmals nach einem Dreier nachzulegen. Trotz klarer Überlegenheit machte der TSV das Spiel in Kitzingen unnötig spannend, ging am Ende aber dennoch hochverdient mit 4:2 als Sieger vom Platz. Die Mannschaft schien jetzt endlich in die richtige Spur gefunden zu haben und fegte eine Woche später sogar den Tabellendritten vom Grasholz. Mit einer der besten Saisonleistungen und einem beeindruckenden 4:1 gegen die DJK Hain wendete der TSV einen direkten Abstieg endgültig ab. Somit kam es am vorletzten Spieltag zum Showdown um den direkten Klassenerhalt beim Tabellennachbarn Neuhütten-Wiesthal, der nur einen Zähler vor den Rottendorfern lag. Trotz der drei Siege in Folge und des frisch getankten Selbstvertrauens zeigte das Team in diesem entscheidenden Aufeinandertreffen wieder sein anderes Gesicht. Insbesondere haarsträubende Ballverluste luden den Gegner immer wieder zu Torchancen ein, der diese eiskalt ausnutzte und somit ein unerwartet hohes Ergebnis (6:2) und den damit verbundenen Klassenerhalt feiern konnten. Für den TSV dagegen stand nach diesem Debakel bereits der Gang in die Relegation fest und der letzte Spieltag (0:3 gegen Keilberg) wurde somit bedeutungslos.

Erstmals nach zehn Jahren (Aufstieg in die Kreisliga im Jahr 2007) nahm der TSV also wieder an einer Relegation teil und der vom BFV bestimmte Modus hatte es dabei in sich. Neben Rottendorf kämpften die drei Zweitplatzierten der Kreisligen Würzburg 1 (FC Eibelstadt), Würzburg 2 (SG Hettstadt) und der Kreisliga Aschaffenburg (Viktoria Mömmlingen) um einen freien Platz in der Bezirksliga Unterfranken West. Gespielt wurde dabei mit Hin- und Rückspielen. In der ersten Runde musste es der TSV mit dem FC Eibelstadt aufnehmen und legte mit einem hochverdienten 3:1 Erfolg im Mainpark den Grundstein für das Weiterkommen. Neben den Treffern von Martin Hesselbach, Robin Busch und Nico Schubert hätte das Team dabei allerdings weitere Tore erzielen müssen und verpasste trotz der deutlichen Dominanz eine noch bessere Ausgangslage für das Rückspiel. Drei Tage später verlief die Begegnung am Grasholz wesentlich ausgeglichener und weniger spektakulär. Nach einer ereignisarmen und torlosen ersten Hälfte ging der FC kurz nach der Pause überraschend in Front und schöpfte so kurzzeitig Hoffnung. Diese machte der TSV jedoch durch einen Doppelschlag (Martin Hesselbach und Robin Busch) in der Schlussviertelstunde zunichte. Durch Martin Hesselbachs zweiten Treffer, kurz vor Schluss, wurde das Ergebnis aus dem Hinspiel schließlich wiederholt und die zweite Runde ungefährdet erreicht. In dieser musste sich der TSV mit der SG Hettstadt messen. Erneut war die Mannschaft zunächst auswärts gefordert und musste dabei auf Stürmer Hesselbach verzichten (beruflich verhindert). Ersetzt wurde er erfolgreich von Frank Bader, der bereits nach 18 Minuten den entscheidenden und einzigen Treffer der Partie, mit einem sehenswerten Heber erzielte. Im weiteren, überwiegend ausgeglichenen Spielverlauf vergab der TSV zwar einige Gelegenheiten für ein zweites Auswärtstor, hatte aber ebenso große Mühe den Vorsprung zu verteidigen. Mit großem Kampf, einem stark aufgelegten Keeper Peter Trappschuh und dem nötigen Glück brachte die Elf das Ergebnis schließlich über die Zeit. Im alles entscheidenden Rückspiel der zweiten Runde zeigten die rot-schwarzen dann eine äußerst disziplinierte Mannschaftsleistung und dominierten die Begegnung. Bis auf wenige Chancen, meist durch Standardsituationen, ließ die kompakte TSV-Defensive kaum Möglichkeiten der Gäste zu. So kam der SG-Angriff auch im Rückspiel zu keinem eigenen Torerfolg und das obwohl die Hettstädter in jedem Saisonspiel mindestens einen Treffer erzielten. Der TSV hingegen kombinierte sich zu einigen hochkarätigen Möglichkeiten, konnte diese jedoch zunächst nicht nutzen, ehe nach der Pause ein Doppelschlag der Brüder Moritz und Nico Schubert für die Entscheidung sorgte.

 

 

Der Klassenerhalt war der Mannschaft somit nicht mehr zu nehmen und die Erleichterung und die Freude über das Erreichte dementsprechend groß. Nach einer Saison mit ständigen Hochs und Tiefs und wenig Konstanz, war ein derart souveräner und abgeklärter Auftritt in vier Relegationsspielen nicht unbedingt zu erwarten. Umso höher ist dieser zusätzliche Kraftakt nach einer äußerst aufreibenden Spielzeit einzuschätzen. Die ungewollte "Extrarunde" hat die junge Mannschaft weiter reifen und zusammenwachsen lassen und unterstrichen, dass der TSV auch das achte Jahr in Folge in die Bezirksliga gehört. Der Umbruch schreitet weiter voran und das Team wird zunehmend verjüngt. Bereits in dieser Saison lag der Altersdurchschnitt bei ca. 24,5 und rund die Hälfte aller Spieler der Startformationen waren zwischen 18 und 21 Jahre alt. Neben der Leistung der jungen, hungrigen Nachwuchskicker spielte natürlich auch wieder der unermüdliche Einsatz der erfahrenen Führungsspieler Julian Wolff, Martin Hesselbach (beide haben in der abgelaufenen Runde die Marke von 300 Ligaspielen für den TSV geknackt!), Jakob Siedler und Paul Lücke eine entscheidende Rolle.

Die Fußballer bedanken sich an dieser Stelle bei den Zuschauern und Helfern für die tolle Unterstützung in dieser außergewöhnlich langen und emotionalen Saison!

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