Wie nah Erfolg und Misserfolg in diesem Sport beieinander liegen, zeigen die vergangenen Monate der TSV-Fußballer. Anfang Juni noch stand das Team von Trainer Manuel Gröschl mit einem Bein in der Kreisliga und es drohte der Absturz nach sieben Jahren auf Bezirksebene. Doch mit einer beeindruckend souveränen Leistung in vier Relegationsspielen wurde der Ligaverbleib über Umwege doch noch gesichert und an dieser kräftezehrenden, aber positiven Erfahrung scheint das Team gewachsen zu sein. Ein halbes Jahr später grüßt die Mannschaft, die zu den jüngsten der Liga gehört, zur Winterpause von Tabellenplatz drei (bei ungleicher Spielanzahl) und kann auf die erfolgreichste erste Saisonhälfte seit dem Wechsel von Unterfrankens Bezirksliga Ost in die Bezirksliga West im Jahr 2014 zurückblicken. 29 Zähler haben die Rottendorfer Kicker bereits gesammelt und damit 12 mehr als zur Winterpause der vergangenen Saison. Den Kampf um den Klassenerhalt verfolgt der TSV bislang völlig entspannt aus der Ferne (13 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge) und glänzt zudem mit der drittbesten Defensive der Liga (18 Gegentreffer in 17 Partien).

 

Die jungen Spieler scheinen endgültig im Kreis der Aktiven angekommen zu sein und die Truppe präsentiert sich seit dem Sommer enorm diszipliniert, motiviert und spielfreudig. Die Neuzugänge Felix Fischer (ASV Rimpar), Christoph Friedrich (TSV Unterpleichfeld) und der erfahrene Keeper Matthias Wohlfart (TG Höchberg) haben sich von Beginn an glänzend in das Team integriert und insbesondere die beiden letztgenannten avancierten schnell zu tragenden Säulen. Zudem sind mit Robin Busch und Julian Weber zwei große Talente aus der U-19 nachgerückt, die sich bereits in der Rückrunde der letzten Spielzeit in den Dienst der Mannschaft stellten und seitdem unverzichtbare Rollen spielen. Niklas Paatz, Sebastian Mainka und Fabian Frey komplettierten die Zugänge aus der eigenen Jugend und erhielten ebenso ihre Einsatzzeit, in der sie ihr Potential zeigten. Junge Stammspieler wie Nico Schubert, Moritz Schubert oder Thomas Melber haben sich nochmals weiterentwickelt und befinden sich aktuell in ausgezeichneter Verfassung. Das gilt auch für Jannik Fischer, der im Sommer nach langer Verletzungspause (Sprungelenksbruch) zurückkehrte und derzeit seine ganze Klasse unter Beweis stellt. Eine weitere Personalie die den Kader seit dieser Saison zusätzlich verstärkt und vermutlich nur wenige auf dem Schirm hatten, ist Brian Weber. Der ältere Bruder von Julian Weber war bislang fast ausschließlich in der zweiten Mannschaft aktiv, stellt mittlerweile aber eine wichtige Option in der Innenverteidigung der Gröschl-Elf dar. Gemeinsam mit dem Rest des Kaders, insbesondere den Routiniers Julian Wolff, Martin Hesselbach und Paul Lücke, ergibt das derzeit eine perfekte Mischung aus Erfahrung und Talent, in einem Team, das stets als geschlossene Einheit auftritt und über die Mannschaftsleistung zum Erfolg kommt. Auch von schwerwiegenderen Verletzungen ist die Truppe in dieser Saison bislang weitestgehend verschont geblieben und so konnte auch der Verlust von Mittelfeldmotor Jakob Siedler, der seit dieser Runde nur noch gelegentlich aushilft, kompensiert werden.

Zum Start in die erfolgreiche Hinrunde überraschte der TSV prompt mit einem unerwartet deutlichen Auftaktsieg auf dem Kunstrasenplatz der DJK Hain (4:1). Beim heimstarken FV Karlstadt und gegen Landesliga-Absteiger Kahl folgten zwar zwei knappe Niederlagen (jeweils 0:1), doch in beiden Partien fiel der Gegentreffer erst spät und man erkannte schon jetzt das große Potential und die breite Brust der neuformierten Rottendorfer Truppe. Dieser Eindruck bestätigte sich in den darauffolgenden Wochen, in denen man sich nach sechs ungeschlagenen Begegnungen im oberen Tabellendrittel festsetzte. Auf eine gerechte Punkteteilung gegen Marktbreit (1:1) folgten zwei hart erkämpfte, aber ebenso verdiente Auswärtssiege bei TuS Aschaffenburg-Leider und beim Aufsteiger SC Schwarzach (jeweils 1:0). Nach einem weiteren gerechten Remis, diesmal gegen TuS Frammersbach (1:1), legte der TSV am 8. Spieltag ein furioses Match in Keilberg hin, in dem er nach einer Stunde Spielzeit mit vier Toren führte, den sicher geglaubten Sieg am Ende aber fast noch leichtfertig verspielte (4:3). Die erfolgreiche Serie beendete die Gröschl-Elf mit einem souveränen Heimsieg gegen Neuhütten-Wiesthal (2:0), ehe sie eine Woche später auf dem Kunstrasenplatz von Aschaffenburg-Schweinheim erstmals wieder mit leeren Händen da stand (0:1). Der TSV meldete sich allerdings sofort zurück und festigte mit zwei ungefährdeten und deutlichen Siegen gegen Tabellenschlusslicht Bayern Kitzingen (6:0) und beim FC Leinach (4:2) Tabellenplatz vier und beeindruckte dabei mit großer Spielfreude und sehenswerten Toren. Etwas unglücklich verliefen jedoch die beiden folgenden Auftritte. Gegen den effektiven Aufsteiger aus Üttingen ließ man unnötig Punkte liegen (1:3) und beim Aufstiegsaspiranten Vatan Spor Aschaffenburg wurde eine verdiente Punkteteilung in einem hochklassigen Match erst kurz vor Schluss verpasst (1:2). Die Hinrunde beendete der TSV dann aber so wie er sie begonnen hatte - mit einer schweren Aufgabe und einem unerwartet deutlichen Sieg. Nach zwei Remis und sieben, teilweise deutlichen Niederlagen in den direkten Duellen, feierte die Mannschaft erstmals seit Herbst 2010 wieder einen Sieg über Angstgegner Hösbach-Bahnhof, der mit einem hochverdienten 4:0 vom Grasholz gefegt wurde. Beflügelt von diesem Erfolgserlebnis präsentierte sich der TSV zwei Wochen später mit dem Tabellenführer Viktoria Kahl auf Augenhöhe, verlor das Rückspiel beim Spitzenreiter aber dennoch unglücklich mit 0:2. Passend zum erfolgreichen Verlauf des Jahres ließ das Team zum Abschluss aber schließlich ein weiteres Mal aufhorchen und revanchierte sich gegen den FV Karlstadt erfolgreich für die Hinspiel-Niederlage. Beim überraschenden 4:0-Kantersieg gegen die Main-Spessart-Kicker überzeugte die Mannschaft in allen Belangen und krönte damit die Leistung der vergangenen Monate.

Nach einer wohlverdienten Winterpause und einer hoffentlich verletzungsfreien Hallensaison, gilt es nun in den verbleibenden 13 Ligaspielen an diese Erfolge anzuknüpfen, um den angestrebten Klassenerhalt möglichst frühzeitig zu sichern. Die Zeichen dafür stehen zwar ausgesprochen gut, aber eines bleibt festzuhalten: Erfolg und Misserfolg liegen im Fußball oft dicht beieinander.

Die Fußballer bedanken sich für die tolle Unterstützung in den vergangenen zwölf Monaten und wünschen allen Anhängern ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr!

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