TSV Üttingen - TSV Rottendorf 3:5 (2:2)

In einer völlig verrückten Partie gingen die Rottendorfer als glücklicher Sieger vom Feld und machen somit einen gewaltigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

 

Das Match stand ganz im Zeichen des Abstiegskampfes, denn durch die schwache Ausbeute der vergangenen Wochen hatte der TSV seinen einst so komfortablen Vorsprung nahezu verspielt und die auf dem Relegationsplatz positionierten Üttinger witterten ihre Chance, durch einen Sieg bis auf einen Zähler an ihren Gegner heranzurücken.

Im Vergleich zur Vorwoche wechselte Trainer Manuel Gröschl auf zwei Positionen. Keeper Matthias Wohlfart ersetzte Peter Trappschuh zwischen den Pfosten und Robin Busch rückte für Thomas Melber in die Startelf. Erneut musste das Team auf Julian Wolff und Julian Weber verzichten.

Wie schon am Spieltag zuvor, erlebten die Rottendorfer Anhänger eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle und ein unterhaltsames Schützenfest. Los ging es mit einer perfekten Anfangsphase für die Gäste, die gleich mit ihrer ersten Gelegenheit in Front gingen. Moritz Schubert setzte sich zentral vor dem Strafraum durch und traf mit einem sehenswerten Schuss aus rund 20 Metern halbhoch in die rechte Ecke zum 0:1 nach nur drei Minuten. Beflügelt von dem Start nach Maß beeindruckte der TSV in der Folge mit selbstbewusstem Zweikampfverhalten und zielstrebigem Offensivspiel. Nachdem ein Distanzschuss von Nico Schubert noch auf den Querbalken klatschte (8. Min), war es schließlich Jakob Siedler, der mit einem Traumtor das 0:2 markierte (22. Min). Der Mittelfeldmotor dribbelte sich erfolgreich vor den Sechzehner und hämmerte das Leder unhaltbar in den rechten Giebel. Bis zu diesem Zeitpunkt war vom Aufsteiger kaum etwas zu sehen und es schien eine einseitige Angelegenheit zu werden. Dann allerdings wachten die Hausherren auf und die Rottendorfer Achterbahn stürzte in vollem Tempo in eine lange Abwärtsfahrt. Nach hohem Zuspiel in den Strafraum hob Üttingens Kai Schlessmann den Ball über den herauslaufenden Matthias Wohlfart und brachte seine Mannschaft zurück in die Partie (25. Min). Die Gastgeber kontrollierten jetzt das Spielgeschehen und strahlten besonders bei Standardsituationen große Gefahr aus. Die Rottendorfer hingegen wirkten defensiv zunehmend unsortiert und blieben in der Offensive für eine halbe Stunde völlig blass. In der Schlussphase der ersten Hälfte erhöhten die Hausherren dann noch einmal den Druck und nachdem Matthias Wohlfart einen platzierten Flachschuss in der 38. Minute gerade noch ins Toraus lenken konnte, gelang Üttingen beim darauffolgenden Eckstoß der überfällige Ausgleich. Die Hereingabe flog an den kurzen Pfosten und landete bei Hannes Weimer, der aus kurzer Distanz zum 2:2 traf. Mit dem Remis ging es kurz darauf in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel übernahm der Aufsteiger die Initiative und drehte schließlich die Partie wenige Minuten nach Wiederanpfiff. Nach Angriff über die linke Seite kam Lukas Weimer zentral vor dem Strafraum zum Abschluss und jagte die Kugel unhaltbar ins linke obere Eck zum 3:2 (51. Min). Nur wenige Augenblicke später wäre den Gastgebern beinahe der vierte Treffer gelungen, doch eine Direktabnahme nahe des Elfmeterpunktes flog über den Kasten. Erst jetzt fand der TSV allmählich wieder etwas besser in die Begegnung und gestaltete diese zunehmend ausgeglichen. Weiterhin lud die Gröschl-Elf aber ihren Gegner durch unnötige Ballverluste zu Chancen ein. So auch als Innenverteidiger Brian Weber das Spielgerät in der Viererabwehrkette verstolperte und sein Gegenspieler frei in Richtung Tor ziehen konnte. Dessen überhasteter Schuss war jedoch leichte Beute für Matthias Wohlfart (64. Min). Auf der Gegenseite sorgte ein Versuch von Jannik Fischer erstmals wieder für Gefahr, doch sein Flachschuss konnte knapp vor der Linie von einem Abwehrspieler geblockt werden (77. Min). Zu Beginn der Schlussphase machte nur wenig Hoffnung auf einen Punktgewinn, oder gar einen Erfolg der Gäste und ein Blick auf die Live-Tabelle ließ für die Gröschl-Elf nichts Gutes für den Saisonendspurt erahnen, denn zu diesem Zeitpunkt rangierte der TSV auf dem letzten Nichtabstiegsplatz 12, mit nur einem Punkt Vorsprung. Dann allerdings legte das Team einen furiosen und nicht mehr für möglich gehaltenen Schlussspurt hin und drehte die Partie in weniger als zwei Minuten. Üttingens Defensive ließ eine Flanke von Jannik Fischer ungehindert durch die Gefahrenzone fliegen, so dass Martin Hesselbach am zweiten Pfosten nur noch seinen Kopf hinhalten musste und zum 3:3 einnickte (83. Min). Kurz darauf zog der eingewechselte Frank Bader, nach Zuspiel von Nico Schubert, auf der linken Seite in den Sechzehner und traf aus spitzem Winkel mit einem strammen Flachschuss ins kurze Eck (84. Min). Bei beiden Gegentreffern machte der Schlussmann der Hausherren eine unglückliche Figur und urplötzlich lagen die Gäste wieder in Front. Die geschockten Üttinger warfen in den verbleibenden Minuten zwar noch einmal alles nach vorne, um zumindest ein verdientes Remis zu erzielen, doch der TSV stemmte sich erfolgreich dagegen und machte mit einem Konter in der Nachspielzeit schließlich den Deckel drauf. Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte zog Nico Schubert frei auf das Tor, ließ seinen zurückeilenden Gegenspieler aussteigen und traf mittig zum 3:5 Endstand.

Durch den zweifelsohne glücklichen und auch sicherlich etwas schmeichelhaften Erfolg in diesem Sechs-Punkte-Spiel klettern die Rottendorfer auf den 7. Platz und können mit sieben Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz erst einmal aufatmen. Der Klassenerhalt ist rechnerisch zwar noch nicht endgültig gesichert, bei drei verbleibenden Partien aber nun zum Greifen nahe.

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