Die Bezirksliga Unterfranken West befindet sich in der Winterpause, der Ball ruht - zumindest abseits des Hallenbodens. Zeit für einen Rückblick auf die erste Saisonhälfte 2015/2016.

Im Sommer begann in den Reihen der TSV-Fußballer der langersehnte Umbruch, der sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Ein erster Schwung an Jugendspielern aus den eigenen Reihen verstärkte die Aktiven spürbar. Mit Nico Schubert, Lukas Ott, Moritz May und Simon Wengeler schafften gleich vier frischgebackene A-Jugend-Meister den Sprung in den Kader der Bezirksligatruppe und sorgten für eine Verjüngung des Teams. Den Altersschnitt nach unten trieben ebenfalls die Neuzugänge Patrick Geißner (SV Kürnach), Pascal Horwarth, Darius Steigerwald (beide TSV Gerchsheim) und Ersatztorwart Rene Schmachtenberger (JFG Maintal). Zahlreiche neue Gesichter prägten somit das Bild zum Saisonauftakt. Daneben sorgte die Rückkehr von Ex-Coach Marco Amrehn, in neuer Funktion als sportlicher Leiter, für zusätzlichen frischen Wind. Verzichten musste Trainer Manuel Gröschl hingegen auf Andre Dorscheid, der zu seinem Heimatverein TSV Eisingen zurückkehrte, sowie auf Frank Bader, der seine Karriere (vorerst?) beendete. Darüber hinaus fiel Fabian Heß auf Grund einer langwierigen Achillessehnenverletzung für die gesamte bisherige Spielzeit aus. Wie auch schon in der vorherigen Saison fehlten zudem Lukas Bankl und Moritz Rogenhofer bei zahlreichen Spielen berufs- bzw. studiumsbedingt. Verstärkt wurde die Mannschaft dafür immer wieder durch U-19-Kapitän Moritz Schubert und gelegentlich auch durch seinen Teamkollegen Marcel Stühler.

4429110Mit einem knappen, aber hochverdienten Dreier in Kitzingen (2:1) startete der TSV erfolgreich in die neue Runde, erkämpfte sich eine Woche später im ersten Heimspiel gegen Aschaffenburg-Leider, mit einem Treffer kurz vor Schluss, einen Punkt (2:2) und musste am 3. Spieltag die erste Niederlage in Hösbach hinnehmen (3:5). Mit dem starken Aufsteiger Heimbuchenthal (derzeit Platz Fünf), dem erfolgreichen Team aus Marktbreit-Martinsheim (aktuell Platz Zwei) sowie den ambitionierten Lengfeldern standen der Gröschl-Elf anschließend drei schwere Aufgaben bevor. Etwas überraschend sicherte sie sich in diesen Wochen die volle Punkteausbeute. Der Heimsieg gegen den Aufsteiger muss dabei als äußerst schmeichelhaft angesehen werden, denn der TSV machte aus drei Chancen drei Tore und ging trotz klarer Dominanz der Gäste als Gewinner vom Platz (3:1). Diese Effektivität war eine Woche später auch der Grundstein für den verdienten Erfolg beim Lieblingsgegner in Marktbreit (3:1), der bislang erst drei Spiele verlor. Abgerundet wurde die Siegesserie durch einen knappen und hart erkämpften Dreier in einem hochklassigen Derby gegen Lengfeld (1:0). Platz Zwei, nach Abschluss des 6. Spieltages, war schließlich der verdiente Lohn nach dem erfolgreichen Saisonstart. Es folgten eine verdiente Niederlage auf dem Kunstrasen des Aufsteigers DJK Hain (1:2) und ein glanzloser Arbeitssieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Margetshöchheim (1:0). Nach acht Spielen konnte sich der TSV bereits über 16 Zähler auf dem Konto freuen - doppelt so viele wie zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Verdientermaßen leer ging die Mannschaft am 9. Spieltag beim Landesligaabsteiger Frammersbach aus (2:3), ehe sie im Heimspiel gegen Lohr zu viele Chancen und somit zwei Punkte liegen ließ (1:1). Für eine kleine Sensation sorgten die Rottendorfer im Auswärtsspiel beim souveränen Spitzenreiter Röllbach. Mit toller Moral und dem nötigen Glück erkämpfte sich die Truppe ein torloses Unentschieden gegen den bislang ungeschlagenen Ligaprimus, der 14 seiner 16 Begegnungen für sich entscheiden konnte. Nach dieser Partie musste der TSV für die verbleibenden Wochen auf seinen Kapitän Julian Wolff verzichten, der sich einen Meniskusriss zuzog und operiert werden musste. Die erste Begegnung ohne den Spielführer verlor das Team in einem knappen Match gegen Neuhütten-Wiesthal (1:2) und blieb somit auf dem eigenen Rasen erstmals ohne Punkte. Am 13. Spieltag kehrten die Rottendorfer nach vier sieglosen Auftritten in Folge dann wieder auf die Siegerstraße zurück. In einem ausgeglichenen und unterhaltsamen Derby in Heidingsfeld hatte der TSV am Ende knapp die Nase vorn (2:1). Eine Woche später konnte die Mannschaft nachlegen, wobei auch hier etwas Dusel nötig war, denn der „Lucky Punch“ gegen die Reserve des Würzburger FV gelang erst in der Nachspielzeit der schwachen Partie (2:1). Nachdem der TSV am 15. Spieltag eine gerechte Niederlage in Keilberg hinnehmen musste (0:1), beendete das Team die Vorrunde mit 24 Punkten - sechs Zähler mehr als im Vorjahr. Der Rückrundenauftakt gegen den SSV Kitzingen war zugleich der letzte Auftritt der Rot-Schwarzen im ablaufenden Kalenderjahr, denn die zwei darauffolgenden Begegnungen mussten witterungsbedingt abgesagt werden. Ein weiteres Mal konnte der TSV ein knappes und ausgeglichenes Match mit etwas Glück für sich entscheiden (1:0). Bitterer Beigeschmack des Erfolges war dabei allerdings eine schwere Verletzung von Martin Hesselbach (zweifacher Handbruch). 

IMG 1312III27 Zähler, nach 16 Spielen, konnte die Gröschl-Truppe also bislang einfahren und überwintert auf Tabellenplatz Acht (zum Vergleich: zur Winterpause 2014 waren es 25 Punkte nach 19 Spielen). Der Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz beträgt hierbei beachtliche 18 Punkte und ist damit dreimal so groß wie im Dezember des letzten Jahres. Der Klassenerhalt ist dem TSV wohl nur noch schwer zu nehmen und das Saisonziel ist zu einem unerwartet frühen Zeitpunkt zum Greifen nah. Möglich macht das eine ungewöhnliche Tabellenkonstellation, die man in dieser Form in der Bezirksliga selten gesehen hat. Während es in den vergangenen Spielzeiten meist nur ein oder zwei Teams waren, die abgeschlagen das Tabellenende belegten, sind es in dieser Runde mit der SG Margetshöchheim, dem TSV Lohr, dem Würzburger FV II und dem SSV Kitzingen gleich vier Mannschaften, die zur Winterpause, allesamt mit einem einstelligen Punktestand, den Anschluss an das rettende Ufer verloren haben. Ein Garant für den bisher positiven Saisonverlauf ist auch die ausgeglichene Offensivkraft des TSV. Neun Spieler konnten sich bislang in die Torschützenliste eintragen und erzielten gemeinsam die 25 Treffer. Julian Wolff führt die interne Liste mit sechs Treffern an. Im Vorjahr war man noch deutlich stärker von der Treffsicherheit Martin Hesselbachs abhängig. Zudem scheint die Mischung zwischen erfahrenen Führungsspielern und jungen, hungrigen Nachwuchskickern zu stimmen. Besonders die ungewohnte Effektivität war bislang sehr beeindruckend. Sechs der acht Siege gewann der TSV mit nur einem Tor Unterschied. In diesem Zusammenhang muss aber auch das Glück als entscheidender Aspekt erwähnt werden, denn aus vielen Partien auf Augenhöhe, die eine Punkteteilung verdient gehabt hätten, holte das Team das Maximum heraus und sicherte sich zudem auch zwei glückliche Remis. Lediglich gegen Lohr ließ die Mannschaft Punkte unnötig liegen. Besonders im Vorjahr haderte man noch wesentlich öfter mit Fortuna und verpasste eine Vielzahl an Zählern auf Grund vergebener Chancen. Die Effektivität in der aktuellen Saison kann sich dagegen sehen lassen - oder anders ausgedrückt: Der Fußballgott hat es in der bisherigen Saison mit dem Würzburger Vorort gut gemeint. Bei einem weiteren Blick auf die Statistik fällt die nächste Besonderheit auf: Der TSV spielt gerne gegen seine Nachbarn. Bislang gab es sieben Aufeinandertreffen mit Mannschaften aus der direkten Umgebung (Landkreise Würzburg und Kitzingen). In all diesen Begegnungen behielt das Team die Oberhand und sicherte sich die Maximalausbeute von 21 Punkten. Im Gegensatz dazu gelang dem TSV lediglich ein Dreier und drei Unentschieden gegen Vereine "aus der Fremde" (nur 6 von 27 möglichen Zählern gegen die Landkreise Aschaffenburg, Miltenberg und Main-Spessart). Nach der Winterpause stehen auf Grund der Spielausfälle noch 14 Partien auf dem Rottendorfer Programm. Trotz der komfortablen Ausgangssituation gilt es nun konzentriert in das neue Jahr zu starten, um auch die letzten Zweifel am vorzeitigen Klassenerhalt auszuräumen. 

Die Fußballer bedanken sich an dieser Stelle für die Unterstützung in den vergangenen zwölf Monaten und wünschen allen Fans und Gönnern ein frohes Fest sowie alles Gute, Glück und Gesundheit für 2016!

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