TSV Rottendorf - BSC Aschaffenburg-Schweinheim 1:1 (0:1)

Punktgewinn oder –verlust? Diese Frage stellten sich gewiss zahlreiche Zuschauer auf dem Nachhauseweg vom gestrigen Bezirksligaduell des TSV Rottendorf gegen den BSC Schweinheim aus Aschaffenburg. Denn nach über 90 durchaus unterhaltsamen Minuten mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten fiel eine Einschätzung des Ergebnisses wirklich schwer.

Die wiederum von Julian Bohlender betreute Elf nahm gegen die abstiegsgefährdeten Gäste von Anfang an das Match in die Hand und kam bereits in den ersten fünf Minuten durch die Schubert-Brüder Moritz und Nico zu ersten Abschlüssen aus der Distanz. Vom stark eingeschätzten BSC war bis dahin nichts zu sehen. Doch wie in den vergangenen zwei Heimspielen führte der erste Angriff des Gegners zum Rückstand. Topstürmer Christian Weber war auf der linken Seite mit einem langen Ball über die zu weit aufgerückte TSV-Abwehr – in der Marcel Stühler sein Startelfdebut in der Innenverteidigung gab – steil geschickt worden und mit einem gekonnten Heber von der Strafraumgrenze ließ dieser Torhüter Peter Trappschuh keine Chance (13.). Der TSV zeigte sich beeindruckt. Zahlreiche Pässe gerieten zu ungenau und man konnte die Schweinheimer Abwehr eigentlich nie richtig in Verlegenheit bringen. Ganz im Gegenteil! Fortuna stand in den letzten 120 Sekunden vor dem Pausenpfiff durchaus mit der Heimelf im Bunde. Ein aus 25 Metern scharf geschossener Freistoß donnerte gegen die Latte, von dort an den Innenpfosten und zurück in den Fünfmeterraum, von wo einem Gästestürmer das Kunststück gelang, das Spielgerät unbedrängt über den Kasten zu köpfen. Und nur wenige Sekunden später lenkte Trappschuh mit einem tollen Reflex einen tückischen Aufsetzer aus 20 Metern um den Pfosten.
Der zweite Abschnitt begann furios. In der 47. Minute zirkelte Nico Schubert eine kurze Ecke auf den am langen Pfosten lauernden Robin Busch, der den Ball aus drei Metern an den selbigen köpfte. Nur drei Minuten danach war es wieder Peter Trappschuh, der nach einer Gästeflanke gleich zweimal mit sensationeller Fußabwehr das 0:2 verhinderte und seinen Ruf als einer der auf der Linie stärksten Bezirksligakeeper untermauerte. Die Abwehrprobleme des TSV hielten an. Julian Weber vertändelte am eigenen Fünfer den Ball und ein Schweinheimer Angreifer hätte sich ein Eck zum vermutlichen KO der Heimmannschaft aussuchen können. Stattdessen feuerte er die Kugel aus fünf Metern in die Wolken! Diese Aktion rüttelte die Lang-Elf wach. Angriff um Angriff rollte vor das Gehäuse der Aschaffenburger Vorstädter und nun kam auch der finale Pass in den Strafraum – im Gegensatz zur ersten Hälfte – häufiger beim Mitspieler an. So hatten Moritz Schubert in der 64. Minute mit einem Distanzschuss aus 18 Metern und Jakob Siedler nach tollem Doppelpass mit Moritz Schubert aus zehn Metern gute Einschussmöglichkeiten, der Ausgleich wollte aber nicht fallen. In der 82, Minute jedoch wurde das vehemente Rottendorfer Anrennen endlich belohnt. Der bereits in der 29. Minute für den angeschlagenen Martin Hesselbach eingewechselte Jannik Fischer, welcher selbst nach erst kürzlich auskurierter Mandelentzündung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, setzte sich an der linken Torauslinie elegant gegen seinen Verteidiger durch und passte auf den eingerückten Nico Schubert, der keine Mühe hatte das Leder aus einem Meter über die Linie zu drücken. In der Schlussphase überschlugen sich fast nun die Ereignisse. Der TSV wollte mit aller Gewalt den ersten Dreier im Jahr 2019. Eine Kombination der Schubert-Brüder auf der linken Seite spielte Nico in spitzem Winkel frei, doch sein Abschluss aus fünf Metern ging von der Latte ins Aus. Drei Minuten später wurde Moritz steil geschickt, sein Heber über den ungestüm herausgeeilten Torhüter ging aber neben den Kasten. Für das dabei begangene Foul musste Gästetorhüter Genc mit Rot vom Platz. Der BSC konnte sich kaum noch aus der Umklammerung befreien. Jannik Fischer mit einem Distanzschuss, der auf der Linie geklärt wurde, und wieder Robin Busch, der mit einem Lupfer von Nico Schubert im Sechzehner freigespielt wurde, den Ball aber neben das Tor platzierte, hätten in der Nachspielzeit den zu diesem Zeitpunkt sicherlich verdienten Siegtreffer erzielen können. Trotz anfänglicher Enttäuschung war das Unentschieden, vor allem nach der gezeigten Moral, ein positives Resultat.
Am nächsten Sonntag geht es nun zum ersten Auswärtspiel des Jahres zum TuS Frammersbach in den Spessart, eine wiederum schwere Aufgabe.

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