TSV Rottendorf – FC Viktoria Kahl 2:1 (0:0)

Dramatik pur am Grasholz! Durch einen verdienten Heimsieg im letzten Spiel der Vorrunde hat sich der TSV für die Aufstiegsrunde qualifiziert und feiert somit den vorzeitigen Klassenerhalt. Den erlösenden Siegtreffer erzielte der eingewechselte Tobias Friedrich in der Nachspielzeit und sorgte somit für einen unvergesslichen Gänsehaut-Moment zum Abschluss des erfolgreichsten Fußballjahres in der Vereinsgeschichte.

Vor einigen Wochen stand das Team bereits mit einem Bein in der Aufstiegsrunde und das Saisonziel Klassenerhalt war zum Greifen nah. Die jüngste Durststrecke von vier Niederlagen in Folge sorgte allerdings dafür, dass die ersatzgeschwächte Truppe auf Tabellenplatz Fünf abrutschte und am letzten Spieltag der Gang in die Abstiegsrunde drohte. Dementsprechend hatte die Begegnung gegen den Tabellensechsten Viktoria Kahl – ebenfalls noch mit theoretischen Chancen für die Aufstiegsrunde – eine hohe Brisanz.

Der TSV kassierte in den beiden vorherigen Partien gegen Lengfeld und Kleinrinderfeld jeweils frühe Gegentore, die in dieser schwierigen Phase zunehmend am Selbstvertrauen nagten. Somit war eine stabile Defensive und „das Halten der Null“ eine entscheidende Devise für das richtungsweisende Match und dieser Plan ging zunächst voll auf. Kahl präsentierte sich zwar spielstark und kombinierte sich unter anderem mit schnellen Tempogegenstößen immer wieder gefährlich bis zum Strafraum, doch der TSV verteidigte äußerst wachsam und entschlossen und konnte jegliche Angriffe im ersten Durchgang rechtzeitig unterbinden. Besonders hervorzuheben ist dabei Jannik Fischer, der auf ungewohnter Linksverteidiger-Position in der neu formierten Viererabwehrkette auflief und zusammen mit den Innenverteidigern Paul Lücke und Lars Weyer, sowie Rechtsverteidiger Julian Weber einen hervorragenden Job machte. Aber auch der Rest der Lang-Elf zeigte sich hochkonzentriert und der unbedingte Wille war von Beginn an in allen Mannschaftsteilen zu spüren. In der ausgeglichenen ersten Hälfte kam der TSV durch einen Freistoß des aktiven Mathis Böhler zu einer ersten Chance, doch der Gäste-Keeper wehrte den strammen Versuch aus rund 25 Metern gekonnt ab (8.Min). In der Folge kamen die Hausherren durch einige Kontersituationen zu weiteren aussichtsreichen Möglichkeiten, ließen diese aber teilweise fahrlässig liegen. In Folge eines Ballgewinnes nach gegnerischem Einwurf, zog Nico Schubert von links frei in den Strafraum und legte zu seinem Bruder Moritz quer. Dessen Abschluss wurde entscheidend abgefälscht und flog knapp am rechten Pfosten vorbei (22. Min). Nur wenige Augenblicke später spielte Lars Weyer, tief aus der eigenen Hälfte, einen langen Ball in die Spitze, der erneut Nico Schubert erreichte. Der Kapitän zog mit dem ersten Ballkontakt am Sechzehner ab, scheiterte jedoch an der starken Parade von Torwart Patrick Kasiow (23. Min). Torlos, aber mit Chancenplus für die Gastgeber, ging es in die Kabinen.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel kam Kahl mit einem Distanzschuss zu einer ersten nennenswerten Gelegenheit, doch Peter Trappschuh lenkte den tückischen Aufsetzer ins Toraus. Die darauffolgende Ecke wehrte der TSV noch erfolgreich ab, doch beim anschließenden zweiten Versuch zappelte das Leder im Netz. Lars Weyer lenkte den scharf getretenen Eckstoß ungewollt mit dem Kopf in den eigenen Kasten zum 0:1 (46. Min). Die Gastgeber ließen sich durch den unglücklichen Gegentreffer aber nicht aus dem Konzept bringen und zeigten nun große Moral. Belohnt wurde das mit dem 1:1 in der 56. Minute. Nach feinem Doppelpass mit Nico Schubert, legte Routinier Julian Wolff an der Strafraumgrenze zu Moritz Schubert quer, der mit einem präzisen und sehenswerten Abschluss in den linken Winkel traf. Beflügelt von der schnellen Antwort wollte der TSV nun mehr und drängte auf die Führung. Nur eine Zeigerumdrehung nach dem Ausgleich marschierte Robin Busch von rechts in den Sechzehner und zog aus spitzem Winkel ab, traf mit dem etwas zu unplatzierten Schuss aber nur den Torhüter (57. Min). Auf und neben dem Platz sickerten mittlerweile auch die Ergebnisse der Vorrundengruppe A durch. Dort führte Memmelsdorf bereits mit 4:1 gegen FT Schweinfurt. Mit einem Remis behauptete der TSV zwar den fünften Tabellenplatz in Gruppe B, hätte auf Grund des schlechteren Quotienten gegenüber den Oberfranken aber das Nachsehen gehabt und die Aufstiegsrunde knapp verpasst. Es war also klar: Ein Sieg musste her! Rottendorf hielt das Tempo jetzt hoch und erspielte sich weitere Hochkaräter in der hektischsten Phase der Partie. Nach einer weiteren Kurzpass-Kombination im Zentrum über Julian Wolff und Nico Schubert tauchte Moritz Schubert frei vor Patrick Kasiow auf, scheiterte aber an dessen Fußabwehr (60. Min). Auch der FC, der besonders bei Standards Gefahr ausstrahlte, suchte weiter sein Heil in der Offensive. Der TSV zeigte sich aber unverändert kompakt und diszipliniert, so dass es beim Bayernliga-Absteiger an zwingenden Möglichkeiten mangelte. Der Bezirksligameister hingegen erarbeitete sich weitere Großchancen, blieb jedoch zu ungenau und glücklos im Abschluss. Nach Balleroberung am eigenen Strafraum durch Julian Weber, rollte der TSV-Express auf der rechten Seite ein weiteres Mal nach vorne und Weber selbst kam nach Zuspiel von Nico Schubert von rechts frei zum Abschluss. Doch erneut spielte der aufmerksame FC-Keeper glänzend mit, verkürzte den Winkel entschlossen und wehrte auch diesen Versuch ab (73. Min). Nachdem Nico Schubert wenig später, nach einem weiteren Konter, erneut in einer 1-Gegen-1-Situation am Schlussmann scheiterte (77. Min), schien das Pulver allmählich verschossen. Zudem zollten die Hausherren dem hohen Tempo und der Laufbereitschaft zunehmend Tribut, so dass unter anderem der starke Julian Wolff durch Jakob Siedler ersetzt werden musste (80. Min). Für neuen Aufwind sorgte in der Schlussphase der Platzverweis von Kahls Teksen Ünüz, der sich in der 81. Minute seine zweite Gelbe Karte abholte. Doch auch in Unterzahl beschränkten sich die Gäste nicht nur auf die Abwehrarbeit und beschäftigen die TSV Abwehr weiterhin. Fünf Minuten vor dem Ende hätte ein Schlenzer von der rechten Strafraumkante dem FC beinahe die erneute Führung beschert, doch Torwart Peter Trappschuh hielt sein Vorderleute mit einer spektakulären Glanztat weiterhin im Rennen. Mit Tobias Friedrich, eingewechselt für den souveränen Thomas Melber, brachte Martin Lang nun weitere Offensivpower für die Schlussminuten und dieser Wechsel sollte sich wenig später als Glücksgriff erweisen. Als das Unentschieden sowie die Abstiegsrunde bereits besiegelt schienen und die zwei-minütige Nachspielzeit lief, fasste sich der junge, pfeilschnelle Friedrich ein Herz und zog, nach Abstoß von Peter Trappschuh, aus der eigenen Hälfte wild entschlossen auf der linken Außenbahn das Spielfeld entlang, ließ seinen Gegenspieler stehen und jagte die Kugel mit einem humorlosen Flachschuss ins lange Eck zum viel umjubelten 2:1. Eine wahre Explosion der Emotionen auf und neben dem Platz war die Folge, während das 20-jährige Eigengewächs unter seinen Mitspielern begraben wurde. Wenig später besiegelte der Unparteiische den hochverdienten Rottendorfer Heimsieg, der ein weiteres, unvergessliches Kapitel in der Vereinsgeschichte des TSV bleiben wird.

Mit 27 Zählern beendet das Team die Vorrunde auf Platz Fünf und hat sich auf Grund des besseren Quotienten (1,5 Punkte pro Spiel) gegenüber dem Tabellenfünften aus Gruppe A (Memmelsdorf, 1,44) in letzter Sekunde für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Das Saisonziel Klassenerhalt ist damit vorzeitig erreicht und im Frühjahr kann der TSV nun völlig befreit aufspielen und sich erstmals außerhalb der Grenzen Unterfrankens messen. Gegner sind dann Lichtenfels, der FC Coburg, Geesdorf und die FT Schweinfurt. Bemerkenswert ist zudem, dass der Aufsteiger als einziger Vertreter aus dem Raum Würzburg unter den Top Neun der Liga steht, wohingegen Lengfeld, Unterpleichfeld, Höchberg und Kleinrinderfeld allesamt gegen den Abstieg spielen.

Die Fußballer verabschieden sich nun in die Winterpause und bedanken sich bei allen Zuschauern für die gewohnt tolle Unterstützung im erfolgreichen und historischen Jahr 2021!

Zum Seitenanfang
JSN Boot template designed by JoomlaShine.com

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.