Nach Rund einem Jahrzehnt auf Bezirksebene, gelang den Fußballern im vergangenen Jahr der Sprung in die Landesliga. Wir blicken auf die historische erste Spielzeit in der sechsten Liga zurück.

 

Freude pur nach dem vorzeitigen Klassenerhalt

 

Der Bayerische Fußballverband entschied sich – nach Abstimmung der Vereine – für ein alternatives Modell, so dass die Landesliga Nordwest in zwei regionale Vorrundengruppen geteilt wurde und nach dem Winter mit einer Aufstiegsrunde und einer Abstiegsrunde fortgesetzt wurde.

In der Vorrundengruppe B feierte der TSV seinen geschichtsträchtigen Landesliga-Auftakt am 25. Juli 2021 bei bestem Sommerwetter und mit einem würdigen Rahmenprogramm, u.a. mit Torwandschießen, einer Hüpfburg für die kleinen Fans, und einem Pizzastand. Vor den zahlreichen Zuschauern gelang dem Bezirksliga-Meister ein furioser Heimsieg gegen die DJK Schwebenried-Schwemmelsbach (4:2), so dass der Start in das Abenteuer Landesliga nicht besser hätte laufen können.

 

Moritz Schubert erzielte den ersten Landesliga-Treffer des Vereins

 

Beflügelt von dem erfolgreichen Start blieb das Team auch in den folgenden drei Partien ungeschlagen. Auch wenn es beim verrückten Derby in Höchberg trotz dreimaliger Führung nur zu einem Remis reichte (3:3), setzte der TSV mit dem Punktgewinn bereits am zweiten Spieltag das nächste Ausrufezeichen. Es folgte ein gerechtes Unentschieden gegen Fuchsstadt (1:1) und der erste Auswärtssieg, trotz Pausenrückstand, nach einer beeindruckenden Willensleistung in Unterpleichfeld (3:1). Spätestens jetzt war die Mannschaft in der Liga angekommen und ließ keinen Zweifel mehr daran aufkommen, dass sie auch eine Etage höher mithalten kann.

Erst am fünften Spieltag kassierte der Aufsteiger seine erste Niederlage beim Auswärtsspiel in Haibach und das gleich in Form einer herben Klatsche (0:5). Bereits eine Woche später bekam das Team erneut seine Grenzen aufgezeigt, denn auch beim Derby in Lengfeld geriet man ordentlich unter die Räder (1:5). Somit landete der TSV nach dem ersten Höhenflug krachend auf dem Boden der Tatsachen.

Dass die Moral in der Truppe stimmte und die zwei Abreibungen keinesfalls der Beginn einer Krise waren, zeigte sich durch den darauffolgenden Arbeitssieg gegen Schlusslicht Kleinrinderfeld (2:0), der den Liga-Neuling zurück in die Erfolgsspur brachte. In dieser Phase musste die Mannschaft mit dem Kreuzbandriss von Simon Wengeler einen ersten Langzeit-Ausfall hinnehmen. Weitere sollten folgen.

Beim Bayernliga-Absteiger Kahl präsentierte sich der TSV am letzten Vorrundenspieltag äußerst effektiv und landete einen überraschenden Auswärtssieg (3:1). Das Team ritt nun wieder auf einer Erfolgswelle und holte auch aus den folgenden drei Begegnungen nahezu das Maximum heraus. In Schwebenried erkämpfte es sich einen späten Punktgewinn (2:2) und sorgte wenige Tage später beim Nachholspiel gegen Röllbach für die nächste faustdicke Überraschung. In einem hochklassigen Flutlicht-Match setzte sich der TSV nach zwei Treffern von Neuzugang Mathis Böhler und einem Eigentor mit 3:2 durch und kletterte erstmals auf Tabellenplatz Drei. Abgerundet wurde die Serie von fünf ungeschlagenen Partien in Folge durch den verdienten Heimsieg gegen Höchberg (2:1). Bereits jetzt schien die Qualifikation zur Aufstiegsrunde zum Greifen nah, doch im Herbst folgte eine lange Durststrecke, so dass die Mannschaft den Vorsprung nach und nach verspielte und immer weiter in Richtung unterer Tabellenhälfte trudelte.

Ein rabenschwarzer Tag in Fuchsstadt sorgte am 12. Spieltag für die dritte Pleite und diesmal war man mit fünf Gegentreffern sogar noch gut bedient (0:5). Zwar untermauerte der TSV anschließend noch einmal seine Heimstärke durch einen Sieg über Unterpleichfeld (2:0), doch eine Woche später endete auch die beeindruckende Serie am Grasholz mit einer knappen, aber verdienten Niederlage gegen Haibach (0:1). Mittlerweile nahmen auch die Personalprobleme zu und verstärkten die Sorgen in der schwierigsten Phase der Saison. Für die beiden Neuzugänge Niklas Fritzler und Levi Wendel endete die Vorrunde auf Grund von Knieverletzungen ebenso vorzeitig wie für Außenverteidiger Sebastian Mainka, der sich einen Schlüsselbeinbruch zuzog. Weitere Stammspieler mussten gelegentlich krankheitsbedingt oder angeschlagen pausieren.

In den drei darauffolgenden Partien verpassten es die dezimierten Rottendorfer, die nun sogar auf Spieler der „Alten Herren“ zurückgreifen mussten, die verbleibenden Punkte für das Ticket zur Aufstiegsrunde einzufahren. Nachdem man in Röllbach (1:2) ebenso leer ausging, wie beim Rückspiel gegen starke Lengfelder (0:2), ließ man sogar den Matchball beim abgeschlagenen Tabellenletzten Kleinrinderfeld liegen (0:3).

Somit benötigte der TSV am letzten Spieltag unbedingt einen Erfolg und die Spannung gipfelte in diesem entscheidenden Spiel in einem wahren Krimi in der Nachspielzeit. Gegen Kahl geriet das Team kurz nach der Pause in Rückstand, glich aber durch Moritz Schubert schnell aus und drängte auf den entscheidenden Siegtreffer. Trotz guter Möglichkeiten wollte dieser aber zunächst nicht fallen. Als das Unentschieden und der damit verbundene Gang in die Abstiegsrunde bereits besiegelt schienen, fasste sich der eingewechselte Tobias Friedrich in der Nachspielzeit ein Herz, zog aus der eigenen Hälfte wild entschlossen auf der linken Außenbahn das Spielfeld entlang, ließ seinen Gegenspieler stehen und jagte die Kugel mit einem humorlosen Flachschuss ins lange Eck, zum viel umjubelten 2:1. Eine wahre Explosion der Emotionen auf und neben dem Platz war die Folge, während das 20-jährige Eigengewächs unter seinen Mitspielern begraben wurde. Wenig später besiegelte der Unparteiische den hochverdienten Rottendorfer Heimsieg, der ein weiteres, unvergessliches Kapitel in der Vereinsgeschichte des TSV bleiben wird.

 

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Tobias Friedrich (hier gegen Lichtenfels) avanchierte gegen Kahl zum Matchwinner

 

Mit 27 Zählern beendete das Team die Vorrunde auf Platz Fünf und hatte sich auf Grund des besseren Quotienten (1,5 Punkte pro Spiel) gegenüber dem Tabellenfünften aus Gruppe A (Memmelsdorf, 1,44) in letzter Sekunde für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Das große Saisonziel Klassenerhalt war damit bereits vorzeitig erreicht. Bemerkenswert ist zudem, dass der Aufsteiger als einziger Vertreter aus dem Raum Würzburg unter den Top Neun der Liga landete, wohingegen Lengfeld, Unterpleichfeld, Höchberg und Kleinrinderfeld allesamt nach der Winterpause gegen den Abstieg spielten. In dieser Momentaufnahme grüßte der TSV somit sogar als drittbestes Team aus dem Raum Würzburg – nach den Würzburger Kickers und dem WFV.

Nach der Winterpause konntedie Truppe von Trainer-Duo Martin Lang und Manuel Gröschl völlig befreit und ohne Druck aufspielen. Dass der Ligaverbleib bereits gesichert war und lediglich acht weitere Partien folgten, stellte sich im Frühjahr 2022 als goldwert heraus, denn auf Grund weiterer Verletzungen – unter anderem eine schwere Schulterverletzung beim neuverpflichteten Keeper Marius Väth - sowie zahlreicher Corona-Fälle, spitzte sich die personelle Lage so stark zu, dass nun regelmäßig Spieler aus der 2. Mannschaft und der A-Jugend von Beginn an eingesetzt werden mussten. Wenig überraschend war die Ausbeute gegen die Topteams der Liga im zweiten Saisonabschnitt überschaubar. 

Zu Beginn hagelte es klare Niederlagen in Lichtenfels (0:4), Schweinfurt (0:2) und gegen Geesdorf (0:3) und das ohne eigenen Torerfolg. Im vierten Anlauf belohnte sich der TSV dann aber endlich selbst, mit einem späten, aber verdienten Remis im Rückspiel gegen Lichtenfels (2:2). Davon beflügelt gelang dem Team wenige Tage später der einzige Dreier in der Aufstiegsrunde, gegen den FC Coburg, durch einen lupenreinen Hattrick von Top-Scorer Moritz Schubert (13 Saisontore). Anschließend ging der Aufsteiger zwar drei weitere Male leer aus (1:6 gegen Schweinfurt, 1:4 in Coburg und 2:4 in Geesdorf), sammelte aber dennoch weiterhin wertvolle Landesliga-Erfahrung und landete schlussendlich auf dem beachtlichen achten Platz in der Abschlusstabelle.

Ein weiteres Highlight war die Verabschiedung von Martin Hesselbach beim letzten Heimspiel. Der Routinier beendete seine beeindruckende Karriere nach knapp zwei Jahrzehnten und rund 400 Ligaspielen. Dafür sagt die TSV-Familie noch einmal Danke!

 

Gebührende Verabschiedung nach rund 400 Ligaspielen: Martin Hesselbach

 

Mit dem vorzeitigen Klassenerhalt in der ersten Landesliga-Saison der Vereinsgeschichte, feiern die Fußballer ihren größten Erfolg, passend zum 100-jährigen Jubiläum der Abteilung und freuen sich auf ein weiteres Jahr in der sechsten Liga. Die neue Runde beginnt bereits Mitte Juli und wird im klassischen Modell mit 19 Mannschaften ausgetragen. Somit stehen im Vergleich zur abgelaufenen Spielzeit zehn zusätzliche Partien auf dem Programm, was sicherlich eine große Herausforderung werden wird.

Die Fußballer bedanken sich an dieser Stelle für die großartige Unterstützung und hoffen auf weitere Höhepunkte in der kommenden Runde!

Fabian Heß

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