Eigentlich rechnete ich fest damit, das Spiel gegen den SV Bergtheim (wieder einmal) absagen zu müssen: Bis Donnerstag hatten sich lediglich 8 Spielwillige gemeldet. Aber Dank der Blitzverpflichtung eines „Jüngstseniors“ aus der an diesem Wochenende spielfreien U19, der Mitwirkung eines Rekonvaleszenten und der teils kurzfristigen Zusage zweier Teilnehmer, bzw. eines Helfers beim Rottendorfer Lauf der Generationen, konnten wir doch eine Mannschaft stellen.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Wenn man sich in einem  Alter befindet, das einem regulär zur Teilnahme am Spielbetrieb der „Alten Herren“ (neudeutsch: „Jungsenioren“ – ich frage mich ab welchem Alter denn die „Altsenioren“ beginnen...) berechtigt und regelmäßig am altersgerechten, nach neuesten (mehr oder weniger) wissenschaftlichen Erkenntnissen wohl ausgewogenen Trainingsbetrieb inklusive Nachbereitung teilnimmt, ist man jederzeit dazu in der Lage vor einem wichtigen fußballerischen Wettstreit mal locker 5 oder 10 km, ebenfalls im Wettkampftempo, zurückzulegen. Auf diese Weise spart man sich auch gleich mal 2 oder 3 Minuten Aufwärmzeit....

Aber jetzt zum Ernst der Sache, zum Fußball!

Als erstes durften die Akteure in einer Mischung aus Staunen, Wohlgefallen und Vorfreude feststellen, dass das Bergtheimer Rasenfeld zwar sehr groß dimensioniert, dafür aber in einem außergewöhnlich gepflegten Zustand war. Es wurde behauptet, dass man den Platzwart dabei beobachtet hatte, wie er dem ohnehin ebenmäßig gewachsenen Rasen im Strafraum vor dem Spiel noch schnell mit einer Nagelschere den letzten Schliff gegeben hatte.... Aber im Ernst: Dieser Platz braucht den Vergleich mit den besten Plätzen der Bundesliga nicht zu scheuen. Originalton des „Jüngstseniors“ Lukas R. aus der U19: „Das ist ja gemein, dass ihr alte Herren auf solchen Plätzen spielen dürft, während wir uns so oft auf irgendwelchen Äckern rumplagen müssen!“

Derart motiviert begannen wir mit genau 11 Mann – die o.g. Generationenläufer kamen dann auch kurz nach Spielbeginn – und zogen in der ersten Hälfte ein über weite Strecken sehr gepflegtes, leicht konterlastiges Spiel a la Real Madrid (nur ohne deren Sicherheit in der Abwehr) durch. Dazu trug die Heimmannschaft einen großen Teil bei; sie war technisch stärker, sehr kombinationssicher und –freudig, lediglich die Konsequenz im Abschluss fehlte. Anders beim TSV – zwei bis zum Ende gespielte Konter (einmal über Bastian K., das andere Mal über Lukas R.) reichten aus, um ruckzuck mit 0:2 in Führung zu gehen! Torschütze war jeweils Kai Ullmann.

Diese schnelle Führung veranlasste den Gegner, nach anfänglichem hohen Pressing, doch ein bisschen vorsichtiger aus einer kompakten Abwehr heraus zu agieren. Dadurch blieben sie in der Offensive etwas unter ihren Möglichkeiten, denn eigentlich waren sie das zunehmend spielstärkere Team. Dennoch kamen sie zu einigen Chancen, von denen sie eine kurz vor dem Pausenpfiff zum 1:2 Halbzeitstand verwerteten.

So schön der Platz war, so schlecht war das Wetter – regnete es in der ersten Spielhälfte fast dauerhaft, entwickelte es sich im zweiten Durchgang bei gefühlten Temperaturen um den Gefrierpunkt zu Starkregen mit Sturmböen. Apropos Sturmböen: Der SV besann sich beim Pausentee wohl auf seine Offensivqualitäten und kam in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit wie ein Orkan über uns. Innerhalb kürzester Zeit netzten sie 5 mal ein, lediglich durch Jens Wildberg - der auf ungewohnter Position hinter der Spitze spielte – bei seinem eleganten Treffer zum 3:3 unterbrochen. 6:3 für Bergtheim. Das frustierende dabei war, dass alle Treffer richtige Traumtore waren, ohne unseren Keeper Michael L. auch nur einen Hauch einer Chance zu lassen. Dennoch bemühten sich die Akteure auf Seiten des TSV, das Ergebnis noch etwas freundlicher zu gestalten, allerdings ohne großen Erfolg. Nach einem kurzen Zwischenhoch für uns kam die nächste Sturmfront. Sowohl Wettertechnisch, als auch fußballerisch. Bergtheim hatte richtigen Spaß am Toreschießen gefunden und legte noch - sage und schreibe - 4 mal nach! Erst als das 10. Tor geschossen war, hatte der Schiedsrichter des äußerst fairen Spiels ein Einsehen und schenkte uns den erlösenden Schlußpfiff! Endstand: 10:3!

Niemand weiß so richtig, woran es lag, dass wir nach einer richtig guten 1. Halbzeit im zweiten Durchgang derart eingebrochen sind, aber ich glaube, dass der SV Bergtheim bei seinen Torschüssen auch einen wirklich guten Tag, sehr zum Leidwesen unserer Defensive, allen voran unseres Torhüters Michel, erwischt hatte.

Fakt ist: Auch wenn statt Michael L. ein Manuel N. im Kasten gestanden hätte, am Ergebnis hätte das nichts geändert!

Fazit: Die alte Fußballerweisheit „das Spiel dauert 90 Minuten“ stimmt (leider) doch!

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