Nach dem Debakel von Bergtheim letzte Woche (für diejenigen, die nicht regelmäßig unter „Pleiten, Pech und Pannen“ googlen: 1:10!) waren die AH des TSV Rottendorf diesmal fest entschlossen es besser (ist auch nicht schwer) zu machen, stellte sich doch mit der TSG Wiesentheid ein Gegner am Grasholz vor, gegen den man in den letzten Jahren, trotz deren spielerischer Klasse, oft gut ausgesehen und sogar in der vergangenen Saison mit nur zehn Spielern einen Auswärtssieg errungen hatte. Doch schon vor Spielbeginn deutete sich an, dass dieses Vorhaben nur schwer in die Tat umzusetzen sein würde.

Die Gäste hatten anscheinend auf dem AH-Spielermarkt (und zwar an dem Stand „Jüngere, leistungsfähige Modelle“) zugeschlagen und ihre ohnehin schon starke Truppe nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ ordentlich aufgerüstet. Unser Team musste wie schon so oft auf viele der bei uns recht dünn gesäten Leistungsträger, d.h. Spieler, die die Prädikate „Fußballer, jung, laufstark“ verdienen oder zumindest zwei dieser Kriterien erfüllen, verzichten. So stellte die Fraktion „Ü-50“ mit 6 Spielern fast die Hälfte des anwesenden Teams!

Die ersten 10 Minuten verliefen, wie in Bergtheim, recht vielversprechend und man tastete sich noch ein wenig ab, obwohl schon auf beiden Seiten einige kleinere Chancen zu verzeichnen waren. Wie jedoch in vielen Spielen vorher lud man die Gäste durch katastrophale Abspielfehler im Spielaufbau geradezu zum Tore schießen ein und kassierte so bis zur Halbzeit drei, allerdings schön herausgespielte, Tore der Wiesentheider. Chancen auf unserer Seite blieben leider ungenutzt bzw. wurden eine sichere Beute des starken, für AH-Verhältnisse noch jugendlich wirkenden, Torhüters der TSG. Zu allem Übel hatte bereits Armin wegen einer Zerrung das Spielfeld verlassen und Kai, einer unserer wenigen Läufer und Sprinter, ähnliche Probleme im Oberschenkelbereich angedeutet. Die Ersatzbank war somit auf einen wackeren Kämpfer geschrumpft, während unsere Gäste mit ihren vier Auswechslern munter rotierten und so das Tempo konstant hoch hielten.

Die Befürchtungen in der Halbzeitpause bestätigten sich kurz nach Wiederanpfiff, als Kai nun endgültig kapitulieren musste und wir so nicht länger vor dem Problem standen, wie wir nach einem Wechsel umstellen sollten. Die Wiesentheider dagegen hatten weiterhin viel Spaß am Spiel –wer kann es ihnen verdenken- und setzten uns durch frühes Pressing unter Druck. Die daraus resultierenden Ballgewinne wurden sofort in stets gefährliche Angriffe umgewandelt und so waren die noch folgenden vier Gegentore in der 2. Halbzeit nur eine logische Konsequenz, wobei man allerdings erwähnen sollte dass, zumindest aus unserer Sicht, Glücksgöttin Fortuna mit den Gästen im Bund stand, da viele Abpraller oder geblockte Bälle diesen vor die Füße fielen und sie aus kurzer Entfernung einnetzen konnten. Ein neutraler oder kritischer Beobachter hätte es vielleicht als Schläfrigkeit oder fehlende Cleverness unsererseits interpretiert …

Dennoch gelang uns in 57. Minute der Ehrentreffer, als Alex nach einem tollen Solo unseres besten Mannes Harry Dürr, bei dem dieser mal ganz locker drei Gegenspieler tunnelte, aus kurzer Distanz traf.

Trotz dieser zweiten Packung in Folge muss man dennoch lobend erwähnen, dass sich die Mannschaft nie aufgab und auch Mitspieler nach Fehlern nicht kritisiert, sondern aufgemuntert wurden. Somit, um auf die Überschrift zurückzukommen, kann man durchaus von einem leichten, mit dem bloßen Auge kaum zu erkennenden, Aufwärtstrend sprechen.

Wir müssen einfach der Tatsache ins Auge blicken, dass bei der zunehmenden „Vergreisung“ des Teams und dem Fakt, dass viele unserer Akteure im Gegensatz zu unseren Gegnern(die häufig höher klassig gespielt hatten) Fußball erst auf dem 2. Bildungsweg lernten und noch lernen, d.h. nie aktiv gespielt hatten. Hoffen wir also, dass in den nächsten Matches wieder mehr Jungvolk auf dem Platz steht, bzw. einige Perspektivspieler aus der 2. Mannschaft und natürlich Coach Gröschl zur Truppe stoßen.

Ein besonderer Dank gilt zum Schluss noch unserem Präsident Bernie, der das Spiel souverän leitete und dabei erfuhr, wie schwierig es oft ist bei so abgezockten, alten Hasen, ohne Hilfe eine Linienrichters eine Abseitsentscheidung zu treffen.

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