In einer vorwiegend von der Heimelf dominierten Partie fing sich die Bezirksliga Mannschaft des TSV Rottendorf in der 90. Minute durch einen Freistoßtreffer das erste Gegentor nach vier Spielen und verlor zwei wichtige Punkte im Kampf um den Anschluss an das Mittelfeld der heuer sehr ausgeglichenen Liga. Diesmal musste das Trainerteam auf die Angreifer Jannik Fischer, Luis Ganz, Tobias Friedrich und Moritz Schubert verzichten und letztendlich war es die mangelnde Chancenverwertung, die den Sieg gegen Viktoria Mömlingen kostete.
Schon in der Anfangsphase deutete sich an, in welche Richtung dieses Match laufen würde. Der TSV dominierte den Ball und das Spielgeschehen, die Gäste aus dem Aschaffenburger Umland standen tief und operierten fast ausschließlich mit langen Bällen auf ihren Topstürmer Meyer (11 Saisontore), der bisweilen seine Gefährlichkeit aufblitzen ließ, jedoch bei Niklas Fritzler bestens aufgehoben war. Schon in der ersten Viertelstunde verfehlten ein Distanzschuss von Nico Schubert und ein Kopfball von Robin Busch nur knapp das Gästetor und nach zwölf Minuten zirkelte Nik Hofrichter aus halblinker Position das Leder an die Latte. Letzterer hatte nach einer guten halben Stunde auch die nächste Großchance. Armin Lilli hatte sich auf der rechten Seite bis an die Grundlinie durchgesetzt und scharf vor das Tor gepasst, von wo Hofrichter die Kugel aus fünf Metern aber deutlich über den Kasten beförderte. Auch Jakob Siedler verfehlte mit einem strammen Fernschuss nur knapp das Gästetor. Erst in der 33. Minute musste Keeper Pascal Krämer zum ersten Male in Aktion treten, hatte jedoch keine Mühe einen 20-Meter Abschluss der Viktoria zu parieren. Mit diesem für die Gäste recht schmeichelhaften Remis ging es in die Pause.
Nach dem Wiederanpfiff waren keine zwei Minuten vergangen, als der TSV um ein Haar in Rückstand geraten wäre. Ein feiner Steckpass durch die Rottendorfer Dreierkette brachte Meyer ins Spiel, welcher alleine auf Krämer zustürmte. Dieser zögerte zunächst beim Herauslaufen, konnte jedoch an der Strafraumgrenze mit einer Fußabwehr die Chance zu Nichte machen. Der Mömlinger Sturmtank war es dann auch, der nur wenige Minuten danach mit einem Distanzschuss knapp über das Tor zum zweiten Male aufhorchen ließ. In der 51. Minute aber belohnte sich das Heimteam für seine offensiven Bemühungen. Hofrichter hatte von der rechten Seite vor das Tor geflankt, wo Busch aus kurzer Distanz zunächst den Torhüter anschoss und im Nachsetzen den Ball an den Pfosten beförderte, wo ein Gästespieler die Kugel unglücklich über die Linie ins eigene Tor abfälschte. Nur zehn Zeigerumdrehungen später hätte dann Busch sich tatsächlich in die Torschützenliste eintragen können, als er nach einem feinen Pass von Paul Schulz frei vor dem Tor auftauchte, aus etwa elf Metern jedoch in Richtung Torwart abzog und dieser den Ball mit einer tollen Reaktion entschärfen konnte. Durch das Auslassen dieser Möglichkeiten hielt man die Viktoria am Leben, und tatsächlich agierten die Gäste nun deutlich mutiger und drängten den TSV häufiger in die Defensive. Die Abwehr der Heimelf hatte nun alle Hände voll zu tun und wusste sich des Öfteren nur mit teilweise unnötigen Fouls zu helfen. Ein daraus resultierender Freistoß in der 88. Minute konnte gerade noch von Krämer an die Latte gelenkt werden, doch nur 120 Sekunden später war es wieder ein ruhender Ball, der zum Ausgleich führte. Das scharf vor das Tor gezirkelte Leder landete bei dem dynamisch eingelaufenen Jonathan Komenda, der unbedrängt keine Mühe hatte das Spielgerät aus kurzer Entfernung mit dem Kopf ins lange Eck zu platzieren. Trotz dieses ärgerlichen Punktverlustes bleibt der TSV nun in den letzten neun Partien ungeschlagen und fährt am kommenden Sonntag zum Tabellenletzten nach Sailauf, eine sicherlich nur auf dem Papier leichte Aufgabe.
Andreas Schubert
