SpVgg Hösbach-Bahnhof - TSV Rottendorf 4:0 (1:0)
Was sich auf dem Papier wie ein ungleiches Duell liest war jedoch in Wahrheit eine relativ ausgeglichene Partie zwischen dem Tabellenführer aus Hösbach/Bahnhof und seinem Verfolger aus Rottendorf. Der spielentscheidende Unterschied waren die taktische Herangehensweise der Gastgeber, ihre Zweikampfdominanz und die Anzahl der vermeidbaren Fehler auf Seiten des TSV.
Die Gastgeber präsentierten sich auf extrem unebenem Geläuf wie man es erwartet hatte und auch schon seit Jahren kennt – kompromissloses Nachvorneschlagen von langen Bällen aus der Abwehr, Eroberung des zweiten Balles und aggressive Zweikampfführung. Der TSV, sicherlich eine der spielstärksten und technisch versierteren Mannschaften der Liga, versuchte sich zunächst nach vorne zu kombinieren, musste aber früh erkennen, dass dies bei den gegebenen Platzverhältnissen nicht möglich war und es auch nur über vorwiegend lange Bälle möglich war sich dem gegnerischen Strafraum zu nähern. Dass dies nicht der bevorzugte und beherrschte Stil der Eiring-Truppe ist war allen Kennern von vorne herein klar.
Schon der erste Angriff der Bahnhöfer in der 3. Minute ließ ihre Taktik erkennen. Ein langer Ball auf einen rechts durchgestarteten Stürmer führte zu einem präzisen Rückpass von der Grundlinie auf Topscorer Schneider, der allerdings zur Überraschung aller seinen Abschluss aus fünf Metern nicht im Kasten versenkte, sondern Keeper Pascal Krämer anschoss. Auch der Nachschuss strich nur knapp am linken Pfosten vorbei. Nur zwei Zeigerumdrehungen später führte dann aber Rottendorfs erster Fehler zum 0:1. Ein Rückpass von Marius Wiederer zu Krämer geriet zu hoch und konnte von diesem nur zur Ecke geklärt werden. Diese konnte nur kurz abgewehrt werden und wurde im Nachsetzen von Robin Keske über die Linie gestochert. Es dauerte fast zwanzig Minuten bis der TSV ein erstes offensives Ausrufezeichen setzte. Nico Schubert hatte an der rechten Außenlinie die Kugel erobert und seinen Bruder Moritz im Strafraum freigespielt. Dessen Vollspannstoß wurde jedoch vom Torhüter entschärft. Bereits früh musste Eiring für den angeschlagenen Tom Reiner mit Til Heilke einen neuen Innenverteidiger auf das Feld schicken (31.).In dieser Phase neutralisierten sich beide Teams und es kam zu keinen nennenswerten Aktionen vor den jeweiligen Toren. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Rottendorf dann allerdings den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich um ein Haar erzielt, doch Nico Schuberts fulminanter Freistoß aus zwanzig Metern klatschte gegen den rechten Pfosten. Mit diesem knappen Rückstand versammelte Coach Eiring das Team zur Halbzeitanalyse.
Der zweite Spielabschnitt begann mit Simeon Stellflug für Arni Eiriksson und wiederum mit einer Aktion, die symptomatisch für das Rottendorfer Spiel an diesem Tag sein sollte. Ein Ballverlust im eigenen Sechzehner führte zu einer Ecke, und hätte Krämer den wuchtigen Kopfball aus kurzer Entfernung nicht reaktionsschnell über die Latte gelenkt, wäre das frühe 0:2 gefallen (53.). Dies ließ aber nur vier Minuten auf sich warten. Ein erneut langer Schlag wurde von Sebastian Hackenberg am Strafraum vor die Füße von Keske abgewehrt und dieser hatte keine Mühe die Kugel direkt in die Maschen zu befördern. Hösbach hatte nun Blut geleckt und drängte auf die frühe Vorentscheidung. War in der 62. Minute noch ein Abschluss der Gastgeber knapp über den Kasten gezischt, so machten sie es nur drei Minuten darauf besser. Nach einem Rottendorfer Stellungsfehler brachte eine Kopfballvorlage Schneider frei im Strafraum ins Spiel und dieser ließ sich nicht zweimal bitten und schob das Leder ins lange Eck. Nach diesem Tor brachte Rottendorf mit Mathis Böhler (für M. Schubert) und Armin Lilli (für Busch) zwei frische Stürmer. Paul Schulz hatte kurz danach die erste TSV-Chance der zweiten Halbzeit, scheiterte jedoch aus kurzer Entfernung an Torhüter Vaeth. Der vierte Treffer der SpVgg war dann sinnbildlich für die Fehleranfälligkeit der Gäste an diesem Tag. In der 75. Minute spielte Hackenberg einen Rückpass auf Krämer mit solch einer Schärfe, dass dieser Mühe hatte den Ball zu stoppen. Marvin Riedl schnappte sich das Spielgerät und schob aus spitzem Winkel ein. In der Schlussphase konnte sich Krämer noch einmal mit einer tollen Parade bei einem Nahdistanz-Kopfball auszeichnen, doch auch der TSV wollte zumindest noch den Ehrentreffer erzielen. Eine Viertelstunde vor Ende der Partie wurde ein strammer Schuss von Böhler erst im Nachfassen gesichert und nur kurze Zeit darauf lief Schulz nach feinem Zuspiel von Lilli allein auf Vaeth zu, scheiterte aber am gut reagierenden Keeper.
Am kommenden Sonntag empfängt der TSV den SV Kürnach zu einem sicherlich rasanten Derby und wird alles daran setzen, einen Sieg zu landen.
Andreas Schubert
