Fußball: Ergebnisse und Tabellen

Fußball: Pokalfluch dauert an – starker TSV unterliegt Lohr mit 1:2
Quelle: Lukas Hörlin (Anpfiff.Info)

Fußball: Pokalfluch dauert an – starker TSV unterliegt Lohr mit 1:2

Nun bereits zum dritten Mal seit 2019 schafft es der TSV Rottendorf in das Toto-Pokalfinale und bleibt weiterhin ohne Pokal. Nachdem von 108 gestarteten Teams nur noch die zwei Bezirksligisten übrig geblieben waren, fand dieses Mal die Begegnung in Lohr vor der stattlichen Kulisse von 410 Zuschauern (darunter ein Großteil aus Rottendorf) statt. Das Trainer Duo Gröschl/Siedler konnte wie schon seit Wochen nicht aus dem Vollen schöpfen, da der angeschlagene Böhler zunächst auf der Bank Platz nahm und bei Tom Reiner beim Aufwärmen eine Oberschenkelverletzung wieder aufbrach. Arni Eiriksson rückte für ihn in die Startelf.

Auf relativ hohem und stumpfen Rasen zogen sich die Gastgeber, die sich immer noch im Kampf um den Landesligaaufstieg befinden, tief in ihre eigene Hälfte zurück und lauerten auf Ballverluste des TSV um dann blitzschnell ihre schnellen Stürmer mit langen Bällen zu bedienen. Somit sahen die Zuschauer ein balldominantes Rottendorfer Team, das sich allerdings sichtlich schwer tat, gegen die dicht gestaffelte Lohrer Abwehr – eine der besten der Liga – Chancen zu kreieren. Und bereits nach elf Minuten ging der Plan der Spessart-Kicker auf. Ein weit in die Rottendorfer Hälfte und über die Abwehrkette geschlagener Ball landete bei Schmitt und der mit zurückgeeilte Robin Busch traf beim Klärungsversuch diesen so unglücklich, dass Schiedsrichter Klein (Biebelried) sofort auf den Elfmeterpunkt zeigte. Lohrs Mittelfeldchef Ardit Bytyqi verwandelte den Strafstoß unhaltbar unter die Latte. Der TSV zeigte sich jedoch nicht beeindruckt und dominierte weiterhin das Geschehen. So landete nur fünf Minuten nach dem Rückstand nach einem Freistoß von Matthias Richter der anschließende Kopfball von Simeon Stellflug auf der Latte. Weitere fünf Zeigerumdrehungen später belohnte sich Rottendorf dann aber für sein couragiertes Auftreten. Busch erkannte eine der seltenen Schnittstellen in der Lohrer Abwehr und bediente den durchgestarteten Richter, der Torhüter Karakurt mit einem platzierten Flachschuss keine Chance ließ. Dieser Ausgleichstreffer setzte noch einmal zusätzliche Kräfte frei und so kam der TSV in der Folgezeit durch Paul Schulz und gleich zweimal Busch zu gefährlichen Aktionen im Lohrer Sechzehner. Deren Abschlüsse wurden jedoch geblockt oder verfehlten den Kasten nur knapp, wobei bei Buschs zweitem Versuch ein elfmeterverdächtiges Tackling vorausgegangen war. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb jedoch stumm. Mit diesem Remis ging es in die Pause, in der Rottendorfs Trainer mit Lars Weyer (für Eiriksson) und Armin Lilli (für Mainka) frische Kräfte brachten, da die hohen Temperaturen und der hohe Rasen viel Energie gekostet hatten. Lohr wechselte mit Osakpolor Iyore den wohl schnellsten Spieler der Liga ein – ein Schachzug, der sich als spielentscheidend erweisen sollte.

Die Gastgeber begannen den zweiten Spielabschnitt mit einer etwas höheren Verteidigung und eroberten sich Spielanteile zurück. In der 52. Minute kassierte Abwehrchef Niklas Fritzler nach einer sauberen Grätsche eine völlig überzogene gelbe Karte, die beim Lohrer Siegestreffer eine große Rolle spielen sollte. Kurze Zeit darauf bot sich den Gastgebern zum ersten Male die Möglichkeit zur erneuten Führung, doch Englert scheiterte nach seinem Durchbruch an der Fußabwehr von Pascal Krämer. In der 64. Minute schien sich das Blatt zugunsten von Rottendorf zu wenden. Nach einem Allerweltsfoul von Celiker vor dem eigenen Strafraum zückte Klein die gelbe Karte und schickte den entsetzten Lohrer Verteidiger vom Platz. Doch wie schon in der vorausgegangenen Partie gegen Höchberg tat sich der TSV schwer, diese numerische Überlegenheit effektiv auszunutzen und agierte in dieser Phase zu hektisch. Viel zu früh wurde der tödliche Pass in die Tiefe gesucht und so hatte Lohr keine Probleme den TSV am Torerfolg zu hindern. Nur in der 66. Minute lag der Torschrei den fantastisch anfeuernden Rottendorfer Fans auf den Lippen, als der kurz zuvor für Stellflug eingewechselte Siedler eine Flanke von der rechten Grundlinie scharf vor das Tor zog, Lilli aber die Kugel mit dem Kopf nicht genug drücken konnte und diese knapp über das Gehäuse setzte. Eine Viertelstunde vor Schluss fiel dann aber doch noch die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Nach einem Rottendorfer Ballverlust am gegnerischen Strafraum wurde Iyore am linken Flügel auf die Reise geschickt und sah sich in einem Laufduell mit Fritzler. Der schnellste Rottendorfer Verteidiger musste, da bereits verwarnt, Vorsicht walten lassen und konnte das Eindringen des Stürmers in den Sechzehner nicht verhindern, ihn jedoch Richtung Grundlinie abdrängen. Von dort allerdings gelang dem Nigerianer aus äußerst spitzem Winkel ein wahrer Sonntagschuss. Unhaltbar platzierte er das Leder unter die Latte und ließ Krämer keine Abwehrmöglichkeit. Bis zum Schlusspfiff hatte der TSV nur noch eine Ausgleichschance, diese war jedoch hochkarätig. Richter hatte aus circa 14 Metern abgezogen und sein Ball wurde von einem Lohrer Spieler abgefälscht. Der sich schon auf dem Weg in die ursprüngliche Schussrichtung befindende Karakurt konnte den Ball mit einer tollen Reaktion noch mit dem Fuß blockieren.

So gingen leider schon zum dritten Male Rottendorfs Kicker als Verlierer des Pokalfinales vom Feld, hatten jedoch ihre mit Abstand beste Endspielleistung gezeigt und alles auf dem Platz gelassen. Diese Tatsache wurde nach Spielende auch mit lang anhaltendem Applaus der Fans honoriert, unter denen sich auch extra von der Nähe des Bodensees angereiste Familienmitglieder und ehemalige Mannschaftskameraden des Rottendorfer Torschützen Richter befanden.

Am kommenden Sonntag geht es im drittletzten Saisonspiel zum FC Viktoria Mömlingen.

Andreas Schubert

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