SV Birkenfeld - TSV Rottendorf 3:2 (1:1)
Nicht mit dem letzten Aufgebot, jedoch arg dezimiert ging der TSV Rottendorf am vergangenen Ostersamstag in die Partie beim aktuellen Spitzenreiter aus Birkenfeld. Neben den Langzeitverletzten Nico Schubert, Simon Wengeler, Lars Weyer und Tobias Friedrich fehlten im Vergleich zur letzten Begegnung gegen Eisingen mit Luis Ganz, Mathis Böhler, Tom Reiner, Niklas Fritzler (alle verletzt), Simeon Stellflug und Sebastian Hackenberg gleich sechs Stammspieler, was das Trainer-Duo Gröschl/Siedler zu etlichen Umstellungen zwang. So rückten der wiedergenesene Arni Eiriksson, Thomas Melber, Jannik Fischer und Paul Schulz in die Startelf. Auf der Bank saßen Sebbo Mainka, Philipp Rumpel, Manuel Zoller, Luca Wegmann und Assistenztrainer Jakob Siedler.
Auf dem relativ gut zu bespielenden Rasen bot sich dem TSV schon nach zwei Minuten die erste gute Möglichkeit, doch ein Kopfball von Eiriksson verfing sich in der Abwehr. Doch bereits im Gegenzug eröffnete ein zu kurzer Rückpass von Armin Lilli den Gastgebern die Chance zur frühen Führung, Birkenfelds Stürmer scheiterte allerdings am heraus geeilten Krämer. Die Spessart-Kicker operierten vor wiegend mit langen Bällen auf ihre schnellen Spitzen und so musste der diesmal als Außenverteidiger aufgebotene Fischer nach gut zwanzig Minuten in höchster Not klären. Doch in der gleichen Minute zeigte sich der TSV eiskalt. Matthias Richter erlief einen Fehlpass des SV, ließ einen Verteidiger stehen und platzierte die Kugel von der Strafraumlinie ins rechte Eck zur überraschenden TSV-Führung. Und nur gut eine Viertelstunde später wäre beinahe das 2:0 geglückt. Moritz Schubert war von Richter im Strafraum frei gespielt worden, setzte seinen Abschluss aber leider an den linken Pfosten. Die Gastgeber erhöhten danach den Druck und drängten vehement auf den Ausgleich vor der Pause, und tatsächlich sollte dies in der 41. Minute gelingen. Ein Freistoß auf den langen Pfosten wurde in das Zentrum weiter geleitet, wo Calvin Jankowski keine Mühe hatte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken. Mit diesem bis dato erfreulichen Zwischenstand für den TSV ging es in die Pause. In dieser stellte das Trainerduo nochmals um und brachte mit Manuel Zoller (für Thomas Melber) und Luca Wegmann (für Armin Lilli) zwei frische Kräfte. Und auch bei Jannik Fischer war nach fünf gespielten Minuten die Partie beendet, da er kurz vor der Pause umgeknickt war und nicht mehr weiter spielen konnte. Mainka ersetzte ihn auf der linken Verteidigerposition. Es waren keine 120 Sekunden vorüber, als Rottendorf erneut vorlegte. Der an diesem Tag bärenstarke Paul Schulz schlug einen scharfen Pass von der linken Seite auf den nachgerückten und ebenso überzeugenden Richter, doch bevor dieser an den Ball kam grätschte ein Birkenfelder Abwehrspieler dazwischen und beförderte das Spielgerät ins eigene Tor (47.). Leider dauerte die Freude im TSV-Lager nur kurze Zeit, denn nur fünf Minuten waren vergangen, als die Gastgeber erneut mit einem Standard ausgleichen konnten. Nach einem Eckstoß kam Philipp Schebler aus ca. acht Metern völlig unbedrängt am langen Pfosten zum Kopfball und verwandelte diesen unhaltbar im rechten Eck (52.). Dieser Treffer gab den Birkenfeldern noch einmal gehörig Auftrieb und der TSV sah sich zunehmend in die Defensive gedrängt. Diese hielt jedoch nur knapp eine Viertelstunde stand, denn eine unglückliche Abwehraktion von Eiriksson im Strafraum führte zu einem berechtigten Elfmeter für die Heimelf, den Peter Schebler souverän verwandelte (66.) Coach Gröschl brachte unmittelbar danach mit seinem Trainerkollegen Jakob Siedler für Benny Streit eine neue Defensivkraft und auch Rumpel kam in der 78. Minute zu einem erneuten Bezirksliga Einsatz. Er ersetzte den erschöpften Eiriksson, dem nach fünfwöchiger Verletzungspause noch die Kraft für neunzig Minuten fehlte. Die Schlussphase ist schnell erzählt. Der TSV bemühte sich zwar sichtlich um den Ausgleich, kam jedoch – sicherlich auch der komplett neuen Formation geschuldet – zu keiner nennenswerten Torchance mehr. Es war hingegen der Spitzenreiter, der fast noch das 4:2 erzielt hätte. Nach einem Traumpass kam Schebler aus zehn Metern völlig frei zum Abschluss, fand aber in Krämer seinen Meister.
Trotz der Niederlage war das Trainergespann dennoch mit der vor allem kämpferisch überzeugenden Leistung des Teams zufrieden, hatte man doch dem Tabellenführer lange Zeit Paroli geboten. Am kommenden Sonntag empfängt man die TG Höchberg und kann dann hoffentlich wieder auf einige Stammspieler mehr bauen.
Andreas Schubert
