Fußball: Ergebnisse und Tabellen

Fußball: TSV beweist erneut Moral und erkämpft Remis in Helmstadt
Featured

Fußball: TSV beweist erneut Moral und erkämpft Remis in Helmstadt

FV Helmstadt - TSV Rottendorf 4:4 (3:2) 

Ein erneut sehr unterhaltsames und torreiches Spiel bekamen die zahlreichen Zuschauer vom TSV Rottendorf in Helmstadt geboten. Wie schon in der vergangenen Woche gegen Röllbach drehte die Eiring-Elf einen 2-Tore Rückstand und hatte in der Schlussphase sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß. Allerdings muss sich das Team den Vorwurf gefallen lassen, in der ersten Halbzeit nicht mit der nötigen Körpersprache und dem absoluten Willen zur Lauf- Zweikampfbereitschaft aufgetreten zu sein.

Auf dem sehr schmalen und extrem unebenen Geläuf beim Bezirksliga-Aufsteiger begann der TSV diesmal mit Til Heilke für den verletzten Niklas Fritzler in der Innenverteidigung und Arni Eiriksson für den verhinderten Marius Wiederer in der defensiven Zentrale. Schon in der Anfangsphase bewahrheitete sich das, was man sicherlich schon im Vorfeld der Partie erwartet hatte. Ein Kombinationsspiel mit direkten Pässen war nur schwer realisierbar und ein lauf- und kampfstarker Gastgeber machte die Räume so eng, dass Rottendorf sich meist nur mit einem langen Ball befreien konnte. Dennoch gelang dem TSV ein Start nach Maß. In der 7. Minute schlug Mathis Böhler eine Flanke in den Strafraum, wo Top-Stürmer Paul Schulz den Ball festmachte, sich um seinen Gegenspieler drehte und aus ca. zehn Metern die Kugel im linken Eck versenkte. Wer jedoch geglaubt hatte, dass dieser frühe Führungstreffer den Gästen Sicherheit verleihen würde, sah sich getäuscht. Der abstiegsbedrohte FV erhöhte den Druck und kam in den Folgeminuten zu seinen ersten Strafraumaktionen, die allerdings noch recht harmlos gerieten. In der 21. Minute jedoch führte ein schnelles Umschaltspiel zum verdienten Ausgleich. Ein langer Ball in die Spitze wurde von einem FV-Stürmer auf der rechten Seite erlaufen und flach vor das Rottendorfer Tor gespielt, wo Frederik Köstler keine Mühe hatte, das Leder im Kasten des chancenlosen Pascal Krämer unterzubringen. Dies gab den Gastgebern noch mehr Auftrieb, dennoch blieben die meisten Abschlüsse relativ ungefährlich. Nach fast einer halben Stunde tankte sich der wieder bestens aufgelegte Schulz in der rechten Strafraumhälfte durch und wurde kurz vor einem Torabschluss zu Fall gebracht – zur Überraschung vieler Zuschauer und zum Entsetzen des Rottendorfer Teams blieb der Pfiff der nicht immer souveränen Schiedsrichterin Kraus jedoch aus. Nur knapp sechzig Sekunden darauf konnte der TSV dann doch noch jubeln. Schulz war mit einem Einwurf in den Sechzehner angespielt worden, ließ zum wiederholten Male seinen Verteidiger stehen und passte das Leder scharf vor das Helmstadter Tor, wo Sebastian Henig die Kugel in die eigenen Maschen beförderte. Der Unglücksrabe machte jedoch seinen Fehler nur wenige Minuten später nach einer gelungenen Freistoßvariante wieder gut. Ein aus dem Mittelfeld auf den linken Flügel geschlagener Ball wurde mit dem Kopf auf den langen Pfosten weiter geleitet, von wo Henig keine Mühe hatte, das Spielgerät über die Linie zu befördern (36.). Und nur fünf Minuten darauf gingen die Gastgeber sogar in Führung. Bei einem harmlosen Zweikampf zwischen Verteidiger Hackenberg und seinem Gegner ging dieser plötzlich theatralisch zu Boden, und in der Tat entschied die Unparteiische diesmal auf Elfmeter, den Sascha Hill sicher verwandelte. Coach Eiring hatte zu diesem Zeitpunkte bereits Simeon Stellflug für den gesundheitlich angeschlagenen Eiriksson gebracht, ein Wechsel, der sich als sehr erfolgreich erweisen sollte. Mit diesem ernüchternden Resultat begleitete ein sichtlich angefressener Rottendorfer Trainer sein Team in die Umkleidekabine.

Zum Wiederanpfiff ersetzte Matthias Richter Robin Busch auf dem rechten Flügel und bewies bereits in den ersten fünf Minuten mit zwei Torschüssen seine Gefährlichkeit. Wie aus dem Nichts schlug aber Helmstadt wieder zu. Nach einer Ecke kam Jonas Martin am langen Pfosten völlig unbedrängt zum Kopfball und drückte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie – bereits der dritte Gegentreffer nach einem Standard, eine Parallele zum letzten Heimspiel (57.). Eiring brachte nun mit Armin Lilli für Moritz Schubert eine weitere Offensivkraft, ein erneut gelungener Wechsel, da alle Bankspieler wie in der vorausgegangenen Partie das Rottendorfer Spiel deutlich belebten. Der TSV drückte nun vehement auf den Anschluss und belohnte sich tatsächlich in der 68. Minute. Über Schubert gelangte der Ball im Zentrum zu Richter, welcher diesen auf Mathis Böhler weiterleitete, der aus halblinker Position das Leder ins lange Eck schob. Rottendorf hatte das Match nun weitgehend unter Kontrolle, wobei der FV jedoch stets mit langen Bällen gefährlich blieb. In kurzen Abständen wurden aussichtsreiche Situationen erspielt und der 78. Minute lag den zahlreich mitgereisten TSV-Fans bereits der Torschrei auf den Lippen, als Stellflug Nico Schubert im Strafraum hervorragend freigespielt hatte, dessen Abschluss aus halbrechter Position von Torhüter Toni Menz (eine gute Vertretung für den ehemaligen Rottendorfer Keeper Marius Väth) allerdings pariert wurde und auch der Nachschuss von Schulz über den verwaisten Kasten etwas zu hoch geriet. In der 80. Minute kassierte Helmstadts Martin die gelb-rote Karte und läutete damit Rottendorfs Schlussoffensive ein welche in der 84. Minute von Joker Lilli belohnt wurde. Böhler schlug eine seiner gefürchteten Ecken scharf in den Strafraum, wo Lilli im Zentrum eingelaufen war und das Leder wuchtig mit dem Kopf unter die Latte donnerte. Die Gastgeber versuchten nun mit allen Mitteln zumindest das Remis über die Zeit zu retten und wären in der letzten offiziellen Spielminute um ein Haar mit leeren Händen dagestanden. Wieder hatte sich der kaum zu kontrollierende Schulz am Fünfer durchgetankt und aus der Drehung abgeschlossen. Keeper Menz konnte den Schuss reaktionsschnell abwehren, jedoch genau vor die Füße des völlig frei stehenden Hackenberg, der direkt einschieben wollte, aber ein Opfer des holprigen Platzes wurde, als just im Moment des Abschlusses die Kugel versprang und er diese nicht richtig traf. Somit blieb es bei einem doch noch zufrieden stellenden Unentschieden, das bei konzentrierterem Auftreten im ersten Spielabschnitt hätte vermieden werden können.

Am kommenden Sonntag empfängt der TSV den Namensvetter aus Lohr, ein Team, das nach einem völlig missratenem Saisonstart wieder den Anschluss an das vordere Mittelfeld gefunden und sich in der Vergangenheit als schwieriger Kontrahent erwiesen hat.

Andreas Schubert