TSV Rottendorf - Würzburger FV II 3:1 (1:1)
Eine grundsolide Vorstellung bescherte dem TSV Rottendorf den dritten Sieg nach der Winterpause und lässt den Vorsprung auf die Relegationsplätze auf nun mehr zehn Punkte anwachsen. Gegen die mir drei Spielern aus dem Bayernligakader verstärkte Reserve des Würzburger FV gelang ein alles in allem verdienter 3:1 Erfolg, der allerdings erst in der zweiten Halbzeit klar gemacht werden konnte. Mit Kapitän Nico Schubert (Syndesmosebandriss – Saison somit vorzeitig beendet), Simeon Stellflug, Lars Weyer, Arni Eiricksson und Tobias Friedrich (auch Saisonende) verfolgten gleich fünf verletzte Spieler das Geschehen vom Spielfeldrand. Das Trainerduo Gröschl/Siedler brachte deshalb mit Benny Streit für Nico Schubert zum wiederholten Male einen neuen Spieler in die Startformation. Dieser erfüllte jedoch vor allem defensiv seine Aufgabe zur vollen Zufriedenheit der Coaches.
Die Anfangsphase sah zwei Teams, die trotz nicht einfacher Platzverhältnisse ein gepflegtes Passspiel versuchten, wobei dem TSV im Gegensatz zu den Gästen die Durchschlagskraft nach vorne fehlte. Erste Abschlüsse wurden für die Kicker von der Mainaustraße notiert, Hochkaräter blieben jedoch aus. Nach etwas mehr als einer halben Stunde aber führte die erste Top-Chance der Partie gleich zur Gästeführung. Nach einer unübersichtlichen Situation im Mittelfeld verlängerte Abwehrchef Niklas Fritzler, der im Übrigen wieder einmal zusammen mit Sebastian Hackenberg und Tom Reiner eine tadellose Leistung ablieferte, die Kugel unglücklich über letzteren hinweg Richtung Rottendorfer Gehäuse, wo FV Stürmer Jan Bauer diese unbedrängt an der Strafraumkante annehmen konnte und über den herausgeeilten Pascal Krämer in das verwaiste Tor lupfte (34.). Der TSV hatte bis zu diesem Zeitpunkt die Partie absolut ausgeglichen gestaltet, ja sogar das bessere Offensivspiel gezeigt, war aber wiederholt an einem zu unpräzisen letzten Pass gescheitert. In der ersten Minute der Nachspielzeit belohnten sich die kämpferisch erneut starken Gastgeber. Mathis Böhler war ca. 23 Meter vor dem Gästetor von den Beinen geholt worden und trat persönlich zur Ausführung des Freistoßes an. Elegant zirkelte er das Spielgerät über die Mauer und versenkte dieses unhaltbar im linken Eck. Mit diesem erlösenden Ausgleich ging es in die Pause.
Es waren keine vier Minuten nach dem Anpfiff vergangen, als wieder Böhler seine Füße entscheidend im Spiel hatte. Mit einem feinen Steilpass schickte er Matthias Richter auf die Reise, und wie dieser sich gegen zwei Würzburger Verteidiger durchsetzte war sehenswert. Er tankte sich trotz heftiger Attacken bis in die rechte Strafraumhälfte durch, von wo er aus etwa vierzehn Metern den Ball dem Gästekeeper durch die Beine schob (49.). Zu diesem Zeitpunkt war bereits Luis Ganz für Armin Lilli ins Team gekommen. Und nur acht Minuten darauf machte Böhler – sicherlich Man of the Match – den Deckel endgültig zu. Nik Hofrichter, der im Mittelfeld erneut eine starke Partie bot, hatte vor dem Sechzehner der Gäste das Leder in einem Zweikampf energisch erobert und dieses war direkt zu Böhler geprallt. Aus gut siebzehn Metern schlenzte dieser die Kugel ins rechte Eck und zeigte nachhaltig welches offensive Potenzial in ihm schlummert (57.). Brenzlig wurde es noch einmal kurz darauf, als Tom Reiner nach zwei kurz aufeinander folgenden Fouls zehn Minuten vom Platz musste. Zwei Großchancen für die Blauen resultierten aus der numerischen Überlegenheit. In der 65. Minute zischte ein Distanzschuss nur haarscharf am Rottendorfer Tor vorbei und gerade einmal 120 Sekunden später konnte sich der TSV wieder einmal bei seinem fehlerfreien Zerberus zwischen den Pfosten bedanken, als Krämer nach einer Ecke einen Kopfball aus fünf Metern reaktionsschnell über die Latte lenkte. Der WFV warf nun alles nach vorne und ermöglichte Rottendorf große Kontermöglichkeiten. So scheiterten Robin Busch mit einem freien Abschluss aus 14 Metern und Böhler, der nach einem katastrophalen Rückpass des FV alleine auf das Tor zulief, jeweils am Gästetorhüter. Das TSV Trainerteam hatte in dieser Drangphase der Gäste mit Jannik Fischer (für Streit) und Sebastian Mainka (für Reiner) frische Kräfte eingewechselt. Der TSV hatte nur noch eine Schrecksekunde zu überstehen, als ein Gästestürmer in der Schlussphase auf dem linken Flügel durchgebrochen war, doch es war wieder Krämer mit einer tollen Fußabwehr, der die Situation entschärfte.
Dieser Sieg zeigte eindrucksvoll, dass der TSV auch den Ausfall wichtiger Leistungsträger kompensieren und sich auf seinen Kader verlassen kann. Mit diesem Erfolg im Rücken geht es am nächsten Sonntag an den Untermain zum abstiegsbedrohten TSV Großheubach, einem sicherlich nur auf dem Papier leichten Gegner.
Andreas Schubert
