SpVgg Giebelstadt – TSV Rottendorf 2:1 (2:1)
Aufsteiger Giebelstadt, trainiert vom ehemaligen TSV-Coach Martin Lang, ging in den ersten vier Heimspielen der Saison leer aus und konnte dabei nicht einmal einen Torerfolg bejubeln. Gegen die Rottendorfer, die einen gebrauchten Tag erwischten, zeigte die Spielvereinigung jedoch eine starke Leistung und setzte sich knapp aber verdient durch.
Zu Beginn fand die Eiring-Elf, bei der Andreas Freimann und Tom Reiner für Sebastian Hackenberg und Til Heilke in die Startformation rückten, noch gut in die Partie und verbuchte nach sechs Minuten die erste nennenswerte Gelegenheit. Nach Steilpass von Moritz Schubert zog Paul Schulz in den Sechzehner, wurde aber in letzter Sekunde von seinem Gegenspieler am Abschluss gehindert. In der Folge kamen auch die Hausherren im besser ins Spiel und schnupperten nach einer viertel Stunde erstmals an der Führung, als ein Spieler von rechts frei auf das Tor zog, sein Abschluss aber deutlich am langen Pfosten vorbeitrudelte. Der TSV wirkte plötzlich zunehmend verunsichert und leistete sich teilweise haarsträubende Ballverluste im Spielaufbau. Ein solcher Ballverlust war es auch, der wenig später zu einem Strafstoß und zur Führung für die Hausherren führte. Nach Doppelpass im Strafraum wurde der einschussbereite Steffen Barthel unmittelbar vor dem Kasten durch Keeper Pascal Krämer von den Beinen geholt und Silas Krebelder verwandelte vom Punkt souverän zum 1:0 (19.). Beflügelt vom ersten Heimtreffer dominierte das Lang-Team anschließend das Geschehen und brachte den TSV immer wieder in Bedrängnis. Ein Entlastungsangriff der Gäste sorgte in der 28. Minute allerdings für Aufregung vor dem Tor der Spielvereinigung. Nico Schubert wurde im Sechzehner angespielt und von seinem Gegenspieler von hinten umgegrätscht. Der fällige Pfiff des Schiedsrichters blieb diesmal jedoch aus und keine 120 Sekunden später sorgte auf der Gegenseite eine Entscheidung des Unparteiischen für noch mehr Stirnrunzeln. Erneut tauchte der umtriebige Steffen Barthel nach einem feinen Doppelpass vor Pascal Krämer auf und wurde wieder durch diesen zu Fall gebracht. Doch auch hier blieb die Pfeife des Mannes in Gelb stumm, er verwarnte den Angreifer sogar wegen einer vermeintlichen Schwalbe. Die Schlussphase des ersten Durchgangs entwickelte sich ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten. Während ein Kopfball von Robin Busch aus kurzer Distanz über die Querlatte flog (33.), parierte Pascal Krämer auf der anderen Seite einen strammen Abschluss aus rund 18 Metern (34.). Wiederum nur wenige Augenblicke später zog Paul Schulz nach Flugball von Moritz Schubert dynamisch in die Box und wurde vom herauslaufenden Torhüter gefoult. Diesmal zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt und Kapitän Nico Schubert verwandelte sicher zum 1:1 (36.). Die Freude über den Ausgleich währte allerdings nur kurz, denn nur vier Minuten später ging der Kreisliga-Meister erneut in Front. Nach einem abgeblockten Distanzschuss landete die Kugel genau vor den Füßen von Noah Ratsch, der aus wenigen Metern zum 2:1 einschob (40.). Nachdem Paul Schulz nach einem Freistoß über das Gehäuse köpfte (45.), ging es mit dem knappen Rückstand in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Match über weite Strecken ausgeglichen und der TSV, bei dem Marius Wiederer und Til Heilke für Arni Eiriksson und Tom Reiner in die Partie kamen, hatte zwar mehr Ballbesitz zu verzeichnen, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff stand erneut der Unparteiische im Mittelpunkt, als Til Heilke seinen Gegenspieler im Strafraum am Fuß traf, der Elfmeterpfiff aber ein weiteres Mal ausblieb (53.). Die Eiring-Elf sorgte zunächst lediglich mit Standardsituationen für Gefahr, ließ diese aber ungenutzt. Eine Kopfballverlängerung von Niklas Fritzler, nach Freistoß aus dem Halbfeld, verpasste Robin Busch wenige Meter vor dem Tor nur knapp (56.). Mit zunehmender Spieldauer stellte sich Giebelstadt tiefer in die eigene Hälfte, konzentrierte sich erfolgreich auf das Verteidigen des knappen Vorsprunges und lauerte dabei immer wieder auf schnelle Gegenstöße, die vom Aufsteiger jedoch unsauber zu Ende gespielt wurden. In der 73. Minute ließen die Hausherren einen dieser Konter liegen und verpassten die Vorentscheidung. Nach Angriff über links kam Noah Ratsch am Elfmeterpunkt völlig frei zum Abschluss, doch sein Versuch rauschte knapp am rechten Pfosten vorbei. Wenig später konnte Pascal Krämer einen weiteren Abschluss im Nachfassen sichern und somit blieb das Landkreis-Derby bis zum Schluss offen (75.). Der TSV erhöhte in der Schlussphase noch einmal den Druck und erarbeitete sich Gelegenheiten zum erneuten Ausgleich. Die beste Möglichkeit dazu bot sich den Gästen in der 83. Minute. Der engagierte und aufopferungsvoll kämpfende Andreas Freimann setzte sich auf der rechten Seite durch und spielte flach vor das Tor, wo der einschussbereite Robin Busch das Leder unglücklich verstolperte. Kurz zuvor bewertete der Schiedsrichter eine weitere knifflige Situation im Sechzehner als regelkonform, als Sebastian Hackenberg von seinem Gegenspieler unsanft zu Fall gebracht wurde und auch hier ein Strafstoß berechtigt gewesen wäre. Nachdem auch Mathis Böhler mit einem Flachschuss von links an der Fußabwehr des Keepers scheiterte (85.) und ein Kopfball von Paul Schulz in der Nachspielzeit auf dem Tornetz landete, blieb es schließlich bei der knappen, aber verdienten Niederlage für den Favoriten.
Am kommenden Samstag empfängt der TSV den TuS Röllbach, der mit zwei Zählern mehr auf dem Konto in der Tabelle unmittelbar vor den Rottendorfern steht (15 Uhr).
Fabian Heß
