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Futsal: Vorrundenaus statt Halbfinale – TSV scheitert knapp an der Überraschung

Futsal: Vorrundenaus statt Halbfinale – TSV scheitert knapp an der Überraschung

Mit einer vor allem für die Spieler enttäuschenden Niederlage im letzten Gruppenspiel endete der Traum von der Halbfinalteilnahme beim diesjährigen Bayernfinale in der nagelneuen Georg-Lohwasser Halle in Erlangen. Trotzdem kann die von Jens Eiring bertreute und hervorragend eingestellte Mannschaft stolz auf das Turnier sein, war man doch in allen Spielen meist auf Augenhöhe mit höherklassigen Mannschaften, die auf einem ganz anderen Niveau als bei den Bezirksmeisterschaften agierten.

Im Auftaktspiel traf man auf die Landesliga-Spitzenmannschaft von der DJK Don Bosco Bamberg – dem späteren Finalisten – und zeigte hier die wohl beste Leistung. Zum ersten Mal traf man auf einen Gegner, der mit dem Torhüter als fünften Feldspieler auftrat, was eine große taktische Herausforderung bedeutete. So hatte man in der Anfangsphase Glück, als ein Bamberger Abschluss vom Innenpfosten des wieder einmal von Kai Brehm - der zum besten Keeper des Turniers gewählt wurde - hervorragend gehüteten Tor abprallte. Doch schon in der 4. Minute hatte Mathis Böhler die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber am gut reagierenden Keeper. In der gleichen Minute jedoch schlug der TSV mit dem wohl schönsten Tor des Turniers zu. Niklas Fritzler hob aus der eigenen Hälfte die Kugel über die gesamte Abwehr auf den davon geeilten Simeon Stellflug - er vertrat den diesmal verhinderten Robin Busch - der den Ball artistisch aus der Drehung volley unter die Latte beförderte. Und nur zwei Minuten danach erhöhte Torben Prussas nach Vorlage von Moritz Schubert auf 2:0, als er den DJK-Torhüter tunnelte. Moritz Schubert hatte sogar noch die Chance auf das 3:0, schob allerdings die Kugel rechts vorbei.

Die zweite Partie stellte den TSV nicht nur auf dem Papier vor die größte Herausforderung, traf man doch auf den derzeitigen Tabellenführer der Bayernliga Nord und letztjährigen Hallenmeister, den ATSV Erlangen, eine mit einigen ehemaligen Regionalligaspielern gespickte Spitzenmannschaft. Der große Respekt vor diesem Gegner war deutlich spürbar und so sah man sich nach zehn Spielminuten bereits mit 0:3 im Hintertreffen. Doch dann wachte Rottendorf endlich auf. Nach einer Ecke von Moritz Schubert erzielte dessen Bruder Nico im Nachschuss das 1:3 und ließ noch einmal eine leise Hoffnung auf einen Punktgewinn aufkeimen. Und tatsächlich produzierten die Brüder in der Schlussminute nach einem feinen Doppelpass das 2:3, als Moritz den Ball unter die Latte versenkte. Das bedeutete jedoch auch den Endstand und so musste man die letzte Begegnung gegen den schwäbischen Meister von der BSK Olympia Neugablonz gewinnen, um ins Halbfinale einzuziehen. Auch dieses Team nutzte den Torhüter als Feldspieler, was den TSV vor große Probleme stellte, da man in der Abwehr lange Wege gehen musste, um Abschlüsse der BSK zu verhindern. In der Anfangsphase hatten beide Mannschaften je eine Chance, scheiterten aber an den Torhütern. Etwas überraschend ging dann aber Rottendorf in Führung, als nach einem geblockten Torschuss von Sebastian Hackenberg Sebbo Mainka zur Stelle war und das Leder aus spitzem Winkel in die Maschen beförderte. Neugablonz erhöhte daraufhin den Druck und kam in der 13 Minute zum völlig verdienten Ausgleich, der für beide Teams das Aus bedeutet hätte. Es waren jedoch in der gleichen Minute die Schwaben, die den Lucky Punch erzielten und damit zu Recht ins Halbfinale einzogen.

Trotz der unmittelbaren Enttäuschung wurden die Spieler (den Kader komplettierten Armin Lilli und Pascal Krämer) von über 100 mitgereisten Fans für ihren couragierten Auftritt bei diesem hochkarätigen Turnier gefeiert, bei dem einige Futsal-Bundesliga Akteure ihre hohe Spielkunst demonstrierten. Fünf erzielte Tore und die Chance im letzten Spiel die Halbfinalteilnahme klar zu machen waren eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Vor allem die treuen Anhänger des TSV sind hervorzuheben, sorgten sie doch wieder einmal für die beste Stimmung in der Halle und wurden deshalb auch vom bayerischen Fußballverband mit folgendem Zitat geadelt. „Auch wenn`s nicht ganz zum bayerischen Futsalmeister reicht, die Fans haben den Titel für sich verdient!“

Andreas Schubert