FC Viktoria Mömlingen - TSV Rottendorf 1:1 (0:1)
Waren es die Nachwirkungen des bei hohen Temperaturen und mir großer Laufbereitschaft geführten Pokalendspiels am vergangenen Donnerstag oder die Tatsache, dass es um nichts mehr ging? Der extreme Leistungsabfall des TSV in der 2. Halbzeit war offensichtlich und eigentlich nur so zu erklären. Doch der Reihe nach.
Mit nur vier Ersatzspielern war der TSV Rottendorf zum weitesten Auswärtsspiel nach Mömlingen an die hessische Grenze gereist, hatten sich doch nach dem Pokalfight mit Lars Weyer und Benny Streit zwei weitere Akteure verletzt abgemeldet. Thomas Melber rückte folglich in die Startformation und agierte im zentralen Mittelfeld. Die Gastgeber, die noch einen Punkt zum Klassenerhalt benötigten, operierten, wie nicht anders erwartet, fast ausschließlich mit langen Bällen auf ihren Top-Stürmer Meyer, welcher – dies sei schon einmal erwähnt – bei Niklas Fritzler bestens aufgehoben war und sein Torkonto nicht erhöhen konnte. Der TSV dominierte von Anfang an die Partie und demonstrierte ein sicheres Passspiel, das allerdings wie so oft in dieser Saison nicht zu zwingenden Chancen führte. Erst in der 16. Minute sorgte ein 18-Meter Freistoß von Mathis Böhler für die erste Torannäherung. Circa zehn Minuten danach roch es bei einem TSV-Konter über den durchgebrochenen Matthias Richter nach einer roten Karte für die Gastgeber, doch Schiedsrichter Feuerbach aus Frankenwinheim ließ bei dem Foul Gnade vor Recht walten und bestrafte den Übeltäter nur mit einer gelben Karte. Mit der einzigen klaren Möglichkeit in der ersten Halbzeit schlug der TSV aber dann eiskalt zu. Robin Busch legte aus dem Mittelfeld die Kugel Richter perfekt in den Lauf und dieser enteilte seinem Verteidiger und lupfte das Leder technisch anspruchsvoll über den herausgestürzten Torhüter. Dies war in seinem zehnten Pflichtspiel für Rottendorf sein bereits fünfter Treffer – ein wahrlich starker Neuzugang! Mit dieser Führung ging es in die Pause und es sah nicht danach aus, als ob der TSV in Schwierigkeiten geraten könnte.
Den zweiten Spielabschnitt begann die Heimelf offensiver und griff Rottendorf deutlich früher an. In dieser Phase verlor man den spielerischen Faden und begann ebenfalls die Bälle viel zu früh lang zu schlagen, was den Gastgebern offensichtlich in die Karten spielte. So überraschte es nicht, dass Mömlingen nach gut einer Stunde den Ausgleich erzielte. Ein langer Ball von der linken Seite landete bei dem aufgrund eines Abstimmungsfehlers in der Rottendorfer Abwehr völlig freien Lukas Wimmer, der unbedrängt auf Pascal Krämer zulaufen konnte und die Kugel ins linke Eck zum 1:1 Ausgleich schob. In der Folgezeit und bis zum Spielende gelang es dem TSV nicht, sich nur eine einzige Torchance herauszuspielen, obwohl das Trainerduo ab der 60. Minute mit Paul Schulz (für Böhler), Nik Hofrichter (für Eiriksson), Armin Lilli (für Mainka) und Jakob Siedler (für Stellflug) vier neue Kräfte gebracht hatte. Ganz im Gegenteil – dem gastgebenden FC boten sich in der letzten halben Stunde noch drei Hochkaräter, um das Match für sich zu entscheiden. In der 62. Minute landete ein weiter Ball bei einem blank stehenden Stürmer, der diesen allerdings freistehend knapp am Tor vorbei platzierte. Eine Viertelstunde vor Ende hätte es dann fast die Führung sein müssen, doch Meyer, der in dieser Szene Fritzler zum ersten Mal enteilt war, konnte nach unbedrängtem Dribbling auf Krämer den Ball nicht im Rottendorfer Kasten unterbringen. Für den letzten Schreckmoment auf der Rottendorfer Bank sorgte fünf Minuten vor Schluss wieder die Viktoria, als ein von der rechten Grundlinie flach und scharf vor das Tor gespielter Ball von Krämer nach vorne vor die Füße eines Mömlinger Spielers abgewehrt wurde und Siedler dessen Abnahme gerade noch vor der Torlinie kären konnte. So durfte letztendlich der TSV mit diesem Remis zufrieden sein, vor allem wenn man die klaren Torchancen berücksichtigt.
Am kommenden Sonntag empfängt der TSV zum letzten Heimspiel der Saison den bereits abgestiegenen Tabellenletzten aus Sailauf und man kann nur hoffen, dass diesmal der offensive Knoten platzt.
Andreas Schubert
