TSV Rottendorf - SV Kürnach 0:3 (0:1)
Eine, vor allem in dieser Höhe nicht erwartete, Heimniederlage kassierte die Gröschl/Siedler Elf am vergangenen Freitag beim Spielrundenauftakt am heimischen Grasholz. Im Derby gegen den souveränen Kreisligameister aus Kürnach zeigte man sich offensiv zu ungenau und harmlos und lud somit den Gast zu äußerst gefährlichen Kontern über seine pfeilschnellen Spitzen ein.
Bereits in den ersten fünf Minuten hätten die Gäste vor rund 470 Zuschauern, darunter viele mitgereiste Anhänger aus Kürnach, in Führung gehen können, als sie unter anderem nach einem groben Fehlpass in der Rottendorfer Abwehr zu vielversprechenden Abschlüssen kamen, aber vom in letzter Sekunde dazwischen grätschenden Lars Weyer gestoppt wurden oder das von Pascal Krämer gehütete Tor nur knapp verfehlten.
Der TSV kam indes offensiv gar nicht in die Gänge und hatte außer einem zu zentral gesetzten Kopfball von Jannik Fischer in der 14. Minute keine nennenswerte Chance zu verzeichnen. Kürnach gestattete dem TSV viel Ballbesitz und lange Passstafetten, hielt jedoch mit einer sehr disziplinierten Abwehr den TSV vom eigenen Gehäuse fern und lauerte hochkonzentriert auf Kontermöglichkeiten. Diese bot Rottendorf in schöner Regelmäßigkeit an, indem der letzte Pass ins Angriffsdrittel häufig zu unpräzise gespielt wurde. Die Gäste schalteten in diesen Situationen blitzschnell um und schickten mit punktgenauen langen Bällen ihre sprintstarken Stürmer auf die Reise. Hätte Kürnach in dieser Phase etwas konzentrierter im Abschluss agiert, wäre die Partie schon früher entschieden gewesen. Trotz dieses Spielverlaufs hätte die Heimelf in der 44. Minute tatsächlich in Führung gehen können, doch Keeper Felix Berthel fischte einen 18-Meter Schuss von Kapitän Nico Schubert mit einer Flugeinlage aus dem Eck. Stattdessen nutzten die Gäste in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ihre nächste Möglichkeit. Die TSV Abwehr, inzwischen mit Simon Wengeler für den angeschlagenen Weyer, bekam die Kugel nicht aus der Gefahrenzone und Felix Wolf versenkte aus 20 Metern den Ball leicht abgefälscht unhaltbar in den rechten Winkel.
Der zweite Spielabschnitt begann wie der erste geendet hatte. Nach nur neun Minuten erhöhten die Gäste auf 2:0, als Peter Sachse mit einem feinen Steckpass durch das Zentrum steil geschickt wurde und das Leder unter dem heraus geeilten Krämer aus zwölf Metern einschob. Diesem Treffer war allerdings ein umstrittener Zweikampf im Mittelfeld voraus gegangen, den Schiedsrichter Jürries zum Unmut des Rottendorfer Anhangs hatte laufen lassen. Im Gegenzug bot sich dann dem TSV die größte Gelegenheit der Partie. Ein von Jannik Fischer abgegebener Schuss wurde von einem Kürnacher Spieler handverdächtig geblockt und Nik Hofrichters Nachschuss aus kurzer Distanz prallte von der Brust des Torhüters ab. Nach gut einer Stunde brachte das Rottendorfer Trainerteam mit Sebastian Mainka, Manuel Zoller und Mathis Böhler (Hofrichter, Hackenberg und Schulz verließen das Feld) neue Kräfte, konnte aber keinen größeren Druck ausüben. Bis auf einen zu hoch geratenen Nahdistanzschuss von Mainka nach einem Freistoß von Böhler blieb die TSV Offensive harmlos. Kürnach hingegen nutzte einen weiteren Rottendorfer Fehlpass im Spielaufbau zu einem Konter, den wiederum Wolf unbedrängt abschließen konnte (71.). Dieser Treffer zog dem TSV nun endgültig den Stecker und die Endphase des Matches verlief relativ ereignislos.
Mit diesem für den TSV ernüchternden Resultat endete die Partie. Die Heimelf hatte sicherlich keinen guten Tag erwischt, jedoch muss man den Hut vor dem starken Auftritt der Gäste ziehen, die sicherlich mit der Euphorie des Aufstiegs noch vielen Gegnern große Probleme bereiten werden.
Am kommenden Samstag geht es für den TSV zum nächsten Derby nach Kitzingen, wo am Kirchweihwochenende eine deutliche Leistungssteigerung notwendig sein wird, um die ersten Zähler der Saison einzufahren.
Andreas Schubert
